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Abgesackter Moleturm: Bald Ausschreibung für Wiederaufbau

Ein Jahr ist es her, dass der Leuchtturm in Bremerhaven in Schieflage geriet. Schon damals wurde der Wiederaufbau versprochen - nun soll es vorangehen.
Ein Jahr nach dem Absacken des Molenturms in Bremerhaven
Die Kuppel vom Moleturm liegt zur Vorbereitung auf den Wiederaufbau im Hafen. © Sina Schuldt/dpa

Ein Jahr nach dem Absacken des Moleturms in Bremerhaven schreiten die Planungen für den Wiederaufbau voran. «Das Planungsfeststellungsverfahren wird bald eingeleitet», sagte ein Sprecher des Hafenbetreibers Bremenports. Möglichst zeitgleich soll der Bau des Leuchtturms ausgeschrieben werden, im Herbst nächsten Jahres dann die Arbeit beginnen. «Am Ende wird Bremerhaven seinen Turm wiederbekommen, nur schöner.» 2026 könnte es soweit sein.

Das Leuchtfeuer war eines der Wahrzeichen von Bremerhaven. Seit 1914 stand es an der Spitze der Nordmole, seit 2001 unter Denkmalschutz. Schon lange war absehbar, dass der Turm saniert werden muss, räumte der Sprecher von Bremenports ein. Die Holzkonstruktion war morsch und von Muscheln befallen, der Turm hatte seit dem Zweiten Weltkrieg einen Bombenschaden. Seit 2011 war der Bereich um den Turm offiziell abgesperrt, 2019 beschloss der Senat die Sanierung - für 27,5 Millionen Euro. «Die Planung war schon weit fortgeschritten.»

Doch der Entschluss kam zu spät. In der Nacht zum 18. August 2022 sackte die Mole an der Geestemündung ab - und der rund 20 Meter hohe Turm geriet in bedrohliche Schieflage. Ein «Desaster mit Ansage», kritisierte damals Bremerhavens Oberbürgermeister Melf Grantz (SPD).

Ganz so eindeutig sei es nicht gewesen, meinte der Sprecher von Bremenports. «Der Moleturm hätte theoretisch noch immer dort stehen können. Was letztendlich zum Absacken geführt hat, wird sich wohl nie ganz klären lassen.» Acht Tage im August wurde um den schiefen Turm gerungen, das ehemalige Wahrzeichen beherrschte die Schlagzeilen und lockte Schaulustige an.

«Die erste Frage war: Fällt er um?», erinnerte sich der Sprecher. Der Turm wurde provisorisch gesichert, eine überdimensionale, schwimmende Plattform mit Strohballen sollte den Turm im Zweifelsfall auffangen. So konnten zwei Tage später die Fähren wieder fahren und die Segler den Fischereihafen wieder mit ihren Schiffen verlassen.

Eine Spezialfirma sollte die denkmalgeschützte Kuppel mit hohem Wasserdruck vom Mauerwerk des Turms lösen. Mehrere Versuche schlugen fehl. Die rote Kuppel hatte schon eine Beule, doch nichts bewegte sich. Grund dafür waren 24 zusätzliche Stahlstreben zwischen Kuppel und Turm. Ein ehemaliger Mitarbeiter erinnerte sich an die Verankerungen, die nicht in den Bauplänen verzeichnet waren. Die Streben konnten schließlich durch ein Fenster der Kuppel mit einer Säge durchtrennt werden.

Die abgetrennte Kuppel wartet nun auf ihre Sanierung, an vielen Stellen durchrostet. Auch einige Verzierungen und die Fenster konnten gerettet werden. «Die wesentlichen Teile der Optik haben wir erhalten», sagte der Sprecher des Hafenbetreibers. Auch der Turm selbst soll möglichst originalgetreu nachgebaut werden. Dafür wurde der schiefe Turm mit Drohnen aus jedem Winkel aufgenommen, «auf Millimeter genau», sagte der Sprecher. Die Bilder sollen eines Tages bei der Rekonstruktion helfen.

© dpa
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