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Zahl der kleinen Waffenscheine in MV erneut gestiegen

Die Zahl der kleinen Waffenscheine ist im Nordosten erneut gestiegen. Die Gewerkschaft der Polizei blickt besorgt auf die Entwicklung. Eine andere Zahl im Zusammenhang mit Waffen sank hingegen.
Kleiner Waffenschein
Ein kleiner Waffenschein liegt zwischen einer Schreckschuss-Pistole «Walther P22», einem Magazin und einer Platzpatrone. © Oliver Killig/zb/dpa/Archivbild

Die Zahl der in Mecklenburg-Vorpommern registrierten kleinen Waffenscheine ist im vergangenen Jahr erneut gestiegen. Ende 2023 wurden landesweit 14.145 Scheine erfasst, die zum Führen von Schreckschuss-, Reizstoff und Signalwaffen in der Öffentlichkeit berechtigen, wie das Innenministerium in Schwerin auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Das waren demnach 850 mehr als ein Jahr zuvor. Diese Zahl ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen. 2018 waren es den Angaben zufolge noch rund 9600 kleine Waffenscheine im Nordosten.

Laut Bundesverwaltungsamt dürfen Reizstoff- und Signalwaffen in der Öffentlichkeit mit einem kleinen Waffenschein nur verdeckt geführt werden, sodass sie von anderen Menschen nicht wahrgenommen werden können.

Die Gewerkschaft der Polizei in Mecklenburg-Vorpommern (GdP) sieht die weitere Zunahme mit großer Sorge. Sie sehe die seit Jahren anhaltende Zunahme von kleinen Waffenscheinen als Indiz für die zunehmende Angst der Bevölkerung, dass der Staat ihren Schutz nicht mehr gewährleisten könne, teilte GdP-Landesvorsitzender Christian Schumacher auf Anfrage mit. «Es ist die Aufgabe des Staates, die Sicherheit der Bürger sicherzustellen. Das Vertrauen in die staatliche Ordnung kann man aber nur mit einer leistungsstarken Polizei erreichen.»

Weiter sagte Schumacher: «In der derzeitigen sicherheitspolitischen Lage braucht die Polizei vieles, was sie aber nicht braucht, ist die Bewaffnung der Bevölkerung.»

Hinzu komme, dass die Polizei in Situationen bei denen Waffen im Spiel seien, innerhalb von Sekunden entscheiden müssten, handele es sich um echte Waffen, gehe von ihnen Gefahr aus und müssten die Kolleginnen und Kollegen vor Ort selber Waffen zu ihrem Schutz einsetzen, sagte Schumacher. Die Gewerkschaft forderte von der Landesregierung eine Entlastung der Polizei. Zudem würden landesweit Polizistinnen und Polizisten fehlen.

Auch die Zahl der Waffenbesitzkarten, die zum Erwerb und Besitz von scharfen Schusswaffen berechtigen, stieg vergangenes Jahr im Vergleich zum Jahr zuvor um knapp 500 auf rund 32.000. In früheren Jahren lag diese Zahl etwas höher und sank zwischenzeitlich leicht.

Die Zahl der großen Waffenscheine, die zum Führen einer scharfen Waffe in der Öffentlichkeit berechtigen, ging hingegen zurück. Lagen Ende 2022 noch 54 dieser Erlaubnisse vor, waren es ein Jahr später noch 52. Die Zahl sank in den vergangenen Jahren kontinuierlich. 2018 gab es laut Ministerium landesweit noch 220 dieser Scheine. Große Waffenscheine werden nur in sehr wenigen Fällen erteilt, etwa für Unternehmen, die Geldtransporte bewachen.

© dpa
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