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WWF: Zustand der Fischbestände in Nord- und Ostsee schlecht

Fische in Nord- und Ostsee leiden unter dem Klimawandel und der Überdüngung der Küstengewässer. Forscher und Umweltschützer fordern klare Lösungen.
Ostseefisch Hering
Frisch gefangene Heringe liegen in einer Fischkiste im Fischereihafen. © Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild

Die Lebensbedingungen von Fischen in Nord- und Ostsee sind der Naturschutzorganisation WWF zufolge schlecht. «Die vergangenen fünf Jahre waren für den Ostseehering die historisch schlechtesten Jahre. Seine Erholung wird eine längere Zeit in Anspruch nehmen. Und der Dorschbestand in der westlichen Ostsee ist in den vergangenen Jahren gänzlich kollabiert», sagte WWF-Fischereiexpertin Karoline Schacht in einer Mitteilung vom Montag. Gründe dafür seien unter anderem Überfischung und die zunehmenden Auswirkungen der Klimakrisen. Konkrete Zahlen zu den Beständen nannte der WWF nicht. An diesem Dienstag (22. August) ist der Tag des Fisches.

Die Organisation forderte mit Blick auf den schlechten Zustand der Fischbestände unter anderem die Einrichtung von großflächigen und langfristigen Schutzgebieten ohne wirtschaftliche Nutzung und bessere Kontrollen der Fänge auf See. Dann könne künftig auch wieder mehr Fisch aus Nord- und Ostsee auf dem Speiseplan der Deutschen stehen. «Fisch aus heimischer Produktion ist mittlerweile eine Rarität», so Schacht weiter.

Für das Thünen-Institut für Ostseefischerei (OF) sind Schutzgebiete für einen besseren Fischbestand in der Ostsee nicht unbedingt sinnvoll. «Schutzgebiete können eine gute Idee sein. Aber eben nur dort, wo sie auch dem Schutzziel dienen und der Ausschluss von Nutzungen etwas bringt. Dorsche und Heringe unternehmen aber große Wanderbewegungen. Zudem gibt es Nutzer, die man nicht so einfach ausschließen kann, wie zum Beispiel Windparks oder Gebiete der Bundeswehr. Meeresschutzgebiete lösen nicht das Problem von Erwärmung und Überdüngung», sagte OF-Dorschexperte Uwe Krumme der Deutschen Presse-Agentur.

Deren Auswirkungen seien das viel größere Problem für die Fische in der Ostsee. «Wir haben bei Dorsch und Hering kein Überfischungsproblem mehr. Die Fangquoten sind auf historisch niedrigem Niveau. Es zeigt sich vielmehr, dass die schlechten Umweltbedingungen eine Erholung der Fischbestände behindern. Eine wichtige Rolle spielen hier die Nährstoffeinträge, vor allem aus der Landwirtschaft.»

Zudem verschmutzten Abwässer von Haushalten und Industrie die Gewässer, aber auch die Verbrennungsprozesse in Industrie und Verkehr landen im Wasser. «Weil die Ostsee ein ziemlich abgeschlossenes Meer ist, hat sich da über die Jahre einiges angesammelt.»

Und das führe zu mangelndem Sauerstoff am Boden der Ostsee und damit zu kleinerem und schlechterem Lebensraum für die Fische. Krumme gab deshalb zu bedenken, dass für eine Erholung der Fischbestände nicht nur im Wasser, sondern auch an Land viel stärker nach Lösungen für eine sauberere Ostsee gesucht werden muss.

Von den deutschlandweit beliebtesten Fischen und Meeresfrüchten wie Alaska-Seelachs, Thunfisch oder Garnelen werden WWF-Angaben zufolge rund 80 Prozent importiert und landen vorwiegend als Dosen- oder Tiefkühlware bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern.

WWF-Expertin Schacht: «Wenn wir weiterhin lokalen Wildfisch essen wollen, müssen wir seine Lebensbedingungen dringend verbessern. Gesunde Fischbestände gibt es nur in gesunden Meeren, das ist untrennbar miteinander verbunden.»

Im vergangenen Jahr haben Privathaushalte in Deutschland dem Fisch-Informationszentrum zufolge 434.413 Tonnen Fisch und Meeresfrüchte gekauft und dafür 4,9 Milliarden Euro ausgegeben. Lieblingsfisch der Deutschen ist der Alaska-Seelachs, gefolgt von Lachs, Thunfisch, Hering und Garnelen.

© dpa
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