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Wohnungsverband fordert Hilfen für Klimaschutz-Sanierungen

Steigende Baupreise, hohe Zinsen und bürokratische Hürden hemmen Bau und Sanierung von Wohngebäuden. Der Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen sieht noch ein anderes Problem.
Wohnhaussanierung
Wie der Landesbauverband Mecklenburg-Vorpommerns sieht auch der Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW) die Politik am Zug, die lahmende Baukonjunktur zu beleben und insbesondere den Wohnungsbau wieder in Schwung zu bringen. © Arno Burgi/dpa-Zentralbild/dpa

Wie der Landesbauverband Mecklenburg-Vorpommerns sieht auch der Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW) die Politik am Zug, die lahmende Baukonjunktur zu beleben und insbesondere den Wohnungsbau wieder in Schwung zu bringen. «Das Land hat nach eigenen Angaben seine Förderung im sozialen Wohnungsbau um 22 Prozent erhöht. Das ist gut, aber nur ein Tropfen auf den heißen Stein», erklärte Verbandsdirektor Andreas Breitner.

Neben gestiegenen Baupreisen und höheren Zinsen würden vor allem auch eine überbordende Bürokratie, maximale Klimaschutzanforderungen selbst bei Sanierungen sowie Mietpreis- und Kappungsgrenzen die Investitionsbereitschaft für Neubauten bremsen. «Die Unternehmen halten ihr Geld zusammen und konzentrieren sich vermehrt auf die Sanierung ihrer bestehenden Wohngebäude. Das ist teuer und aufwendig genug», so Breitner weiter.

Am Freitag sollen beim Tag der Bauwirtschaft MV in Rostock auch diese Themen erörtert werden. Der Wohnungsunternehmerverband Nord will im Verbund mit anderen Landesverbänden bereits am Dienstag in Berlin auf die besondere Situation in Ostdeutschland aufmerksam machen. So würden die Wohnungsunternehmen nach 1990 vor der zweiten Sanierungswelle ihrer Bestände stehen und müssten nach den Vorgaben des Bundes bis 2045 klimaneutral werden. Dazu kämen steigende Betriebskosten, die kommunale Wärmeplanung, CO2-Kosten und Altschulden, hieß es.

Nach Schätzungen Breitners sind allein in Mecklenburg-Vorpommern Investitionen in Höhe von rund 40 Milliarden Euro notwendig, um alle 931.000 Wohngebäude bis zum Jahr 2045 klimaneutral zu machen. «Die Zahlen sind gigantisch und stehen wie ein unüberwindbares Hindernis vor unseren Mitgliedsunternehmen. Wo soll nur das Geld dafür herkommen? Von den Mieterinnen und Mietern? Wohl kaum», sagte Breitner. Nach seinen Angaben bewirtschaften die im Verband organisierten 163 Wohnungsunternehmen in MV etwa 275.000 Wohnungen.

Nur mit einem langfristig angelegten Förderprogramm könne dem Klimaschutz Rechnung getragen und zugleich auch bezahlbares Wohnen gesichert werden. Beides dürfe nicht gegeneinander ausgespielt werden, sagte Breitner. Jedes Gesetz, das Klimaschutzauflagen für die Wohnungswirtschaft beinhalte, müsse daher zwingend vor Verabschiedung auf seine Auswirkungen auf das bezahlbare Wohnen geprüft werden. «Bedroht die Umsetzung von Klimaschutzvorgaben das bezahlbare Wohnen, strapaziert das massiv die Akzeptanz von Klimaschutz», warnte der Verbandschef.

Landesbauminister Christian Pegel (SPD) hatte angekündigt, dass Mecklenburg-Vorpommern die Förderung für Neubau und Modernisierung von Sozialwohnungen um 22 Prozent erhöhen werde, um so auch die Preissteigerungen am Bau abzufedern. Bauherren können demnach zinslose Darlehen sowie einen Tilgungsnachlass erhalten, der letztlich wie ein Zuschuss wirke, hieß es. Der Neubau von Sozialwohnungen kann demnach mit einem zinslosen Baudarlehen von bis zu 3570 Euro je Quadratmeter unterstützt werden, in den Städten Rostock und Greifswald mit ihren angespannten Mietmärkten mit bis zu 3750 Euro. Vorher waren es den Angaben zufolge 2925 beziehungsweise 3075 Euro.

Der Präsident des Landesbauverbandes, Thomas Maync, würdigte die Bestrebungen des Bauministeriums, mit Zinsbeihilfen den institutionellen Wohnungsbau wieder in Schwung bringen zu wollen, äußerte jedoch Zweifel an der Wirksamkeit. «Die jetzt verkündeten Vereinfachungen für die Förderung gehen in die richtige Richtung, aber eine 30-jährige Mietpreisbindung mit sechs Euro je Quadratmeter machen eine Finanzierung kaum darstellbar», stellte Maync fest. Er schlug vor, die Bindungszeit zu verkürzen oder leichte Mieterhöhungen etwa nach der Hälfte der Laufzeit zu erlauben.

© dpa
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