Land fördert Forschung zu Corona-Langzeitfolgen

Drei Jahre nach Pandemie-Ausbruch gibt die Corona-Krankheit den Medizinern noch immer Rätsel auf, insbesondere die teilweise schweren Langzeitfolgen. Ein Grund für die Landesregierung, die Forschungen dazu im Nordosten finanziell zu unterstützen.
Eine Corona-Maske liegt auf einem Tisch. © Daniel Karmann/dpa/Illustration

Mecklenburg-Vorpommern unterstützt die Forschung zu Langzeitfolgen von Corona-Erkrankungen. Wie Gesundheitsministerin Stefanie Drese (SPD) am Donnerstag in Schwerin mitteilte, erhalten die Universitätskliniken in Greifswald und Rostock rund 2,5 Millionen Euro für die Behandlung von schwer Erkrankten und Forschungen zu Krankheitsverläufen. Weitere 350 000 Euro erhalte das Anfang Oktober gegründete Long Covid-Institut in Rostock, das von der renommierten Lungenfachärztin Jördis Frommhold geleitet wird. «Mit den Mitteln treiben wir die wichtige Forschung zu Long Covid voran und ermöglichen die Versorgung für alle Erkrankten unabhängig von ihrer Krankenversicherung. Damit nimmt Mecklenburg-Vorpommern bundesweit eine Vorreiterrolle ein», erklärte Drese.

Die bereitgestellten Mittel stammen aus dem milliardenschweren MV-Schutzfonds, der als Reaktion auf die Corona-Pandemie eingerichtet worden war. Am Mittwochabend hatte der Landtag der Aufnahme der Forschungsprojekte in die Förderliste zugestimmt.

Nach Angaben Dreses finden Betroffene damit auch künftig spezialisierte Anlaufstellen im Land. Durch die Landesförderung könnten die bestehenden Ambulanzen an den Universitätskliniken zeitlich befristet ausgebaut werden. Das bedeute mehr Personal und mehr Diagnoseverfahren. Die behandelnden Mediziner könnten zudem zu Nachweis- und Heilungsmöglichkeiten forschen.

Long Covid sei eine vielschichtige und schwerwiegende Erkrankung. Drese verwies auf Studien, nach denen mindestens vier Prozent der Menschen nach einer Corona-Infektion von Post oder Long Covid betroffen sind. Die Erkrankung gehe häufig mit deutlichen Einschränkung einher. Ziel der Projekte sei es, geeignete Therapien zu entwickeln, die in die Regelversorgung übernommen werden könnten.

Frommhold hatte anlässlich der Gründung des deutschlandweit bislang einzigartigen Long Covid-Instituts in Rostock gemahnt, die Krankheit weiter ernst zu nehmen und bei positiven Tests sich Zeit zur Genesung zu geben. «Diese Menschen haben eine virale Erkrankung, die ausgeheilt gehört und die nicht mit Arbeit erstickt werden darf», sagte sie.

Von Long Covid - also Langzeitfolgen nach einer Ansteckung mit dem Coronavirus - sind nach Schätzungen in Deutschland drei Millionen Menschen betroffen. Long Covid könne unbehandelt zur Erwerbsunfähigkeit führen. Frommhold ist Präsidentin des neuen Ärzteverbandes Long Covid und hat in ihrer Funktion als Chefärztin einer auf Lungenerkrankungen spezialisierten Klinik mehr als 5500 Long Covid-Patienten behandelt.

© dpa
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