Linke Parteien gewinnen in Pandemie mehr Mitglieder

Der Kontakt der Parteien mit potenziellen Neumitgliedern hat sich seit dem Beginn der Corona-Pandemie verändert. Veranstaltungen fanden - wenn überhaupt - digital statt. Vor allem Parteien links der Mitte kamen mit der veränderten Situation offenbar gut zurecht.
Eine FFP2 Maske liegt während des Landesparteitags der Partei Die Linke in Mecklenburg-Vorpommern auf Unterlagen. © Frank Hormann/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

Trotz der Einschränkungen in der Corona-Pandemie hat sich die Zahl der Parteimitglieder im Nordosten erhöht. Insgesamt sind seit Beginn der Pandemie laut Angaben der Parteien in Mecklenburg-Vorpommern 334 Menschen neu dazugekommen. Vor allem links der Mitte gab es Zuwächse. Wie die Linkspartei mitteilte, liegt ihre Mitgliederzahl im Land im Vergleich zu Ende 2019 um 476 Zähler höher, bei 2878. Sie schließen damit nahezu zu ihrem aktuellen Koalitionspartner SPD auf, der selbst mit aktuell 2972 Parteianhängerinnen und Parteianhängern im selben Zeitraum einen geringfügigen Schwund um 43 hinnehmen musste.

Bei den Linken erklärt man sich den Erfolg bei der Mitgliederwerbung vor allem mit der Landtagswahl im vergangenen Jahr: Wahlkämpfe blieben die «intensivste Zeit für direkten Kontakt und persönliche Gespräche auf Straßen, Plätzen oder am Gartenzaun.»

Mit 270 Mitgliedern mehr auf nun 1254 bei den Grünen ist die Linkspartei jedoch nicht die Einzige, die sich offensichtlich mit der ungewohnten Situation arrangiert hat. Die Grünen machen die gestiegene Relevanz ihrer Kernthemen und eine stärkere Sichtbarkeit der Partei aufgrund zugewonnener Mandate auf lokal-, landes- und europäischer Ebene für den Erfolg verantwortlich. Auch die FDP machte einen Sprung um 131 auf 811 Mitglieder.

Wo Gewinner, da auch Verlierer: Trotz eines deutlichen Minus von 400 Mitgliedern seit 2019 bleibt die CDU in Mecklenburg-Vorpommern aber mit 4700 Mitgliedern nach eigenen Angaben die mitgliederstärkste Partei. Die Partei verliert demnach vor allem aus demografischen Gründen Mitglieder: «Parteiaustritte aus politischen Gründen sind dabei nicht vordergründig, oftmals müssen wir den Tod von Mitgliedern bedauern», hieß es vom Landesverband.

SPD-Landesgeschäftsführer Steffen Wehner sieht durch die Pandemie nicht direkt die Neumitgliedergewinnung beeinträchtigt, sondern vielmehr die Mitgliederbindung durch den fehlenden Austausch am Rande von Parteiveranstaltungen.

Anteilig am stärksten zurückgegangen ist der Mitgliederstamm der AfD, um 100 auf zurzeit 700 Mitglieder landesweit. Vor allem fehlende Mitgliedsbeiträge waren laut Landessprecher Leif-Erik Holm der Grund für zahlreiche Abgänge. Bei der Neugewinnung habe vor allem die fehlende Möglichkeit für Präsenzveranstaltungen die Partei belastet.

© dpa
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