Debatte um Finanzierung von Nachhaltigkeit

08.04.2022 Bei der nachhaltigen Entwicklung und Bewirtschaftung der Wälder in Mecklenburg-Vorpommern sieht die Opposition vorrangig die Landesregierung in der Pflicht. Statt Forderungen nach längst eingeleiteten Programmen des Bundes zu erheben, solle das Land selbst mehr für die Forsten tun, erklärten Redner von AfD, CDU, Grünen und FDP am Freitag in der Sitzung des Landtags.

Buchen stehen bei Sonnenlicht in einem Wald. © Karl-Josef Hildenbrand/dpa/Symbolbild

So sprach sich die CDU-Abgeordnete Beate Schlupp für eine vereinfachte Förderung beim Waldumbau sowie Landeshilfen für private Waldbesitzer bei der Beseitigung der Sturmschäden vom Januar aus. Thore Stein (AfD) beklagte den Beschäftigungsabbau in der Landesforst. In den zurückliegenden Jahren sei die Mitarbeiterzahl um ein Drittel auf knapp 1000 reduziert worden, obwohl die Aufgaben zunähmen.

Hannes Damm (Grüne) forderte neben Vergütungen grundlegender Ökosystemleistungen wie Klima- und Artenschutz durch den Bund zusätzliche Programme auf regionaler und lokaler Ebene. Dabei sollten etwa Leistungen für den Bodenschutz oder den Tourismus honoriert werden, sagte er. So könnten auch Gewinnanreize gesetzt werden.

In der Debatte zu einem von den Regierungsfraktionen SPD und Linke eingebrachten Antrag hatte Agrarminister Till Backhaus (CDU) auf deutliche Fortschritte in der Forstwirtschaft des Landes verwiesen. So habe die Landesregierung ein 20 Millionen Euro umfassendes Programm für die Landeswälder auf den Weg gebracht. Die Landesforsten würden als Dauerwälder bewirtschaftet, Kahlschläge damit vermieden und der naturnahe Umbau vorangetrieben.

Nach Angaben des Ministers haben drei extrem trockene Jahre in Folge den Wäldern schwer zugesetzt. Ein Fünftel der Bäume habe bei der jüngsten Bestandsaufnahme schwere Schäden aufgewiesen. Dazu kämen die erheblichen Sturmschäden vom Januar. Es gebe etwa eine Million Festmeter Bruchholz. Das sei die Hälfte des Holzeinschlags im Land in einem Jahr.

Laut Backhaus geht der Anteil der anfälligen Monokulturen zurück. Etwa drei Viertel der 560.000 Hektar Wald im Land seien inzwischen Laubmischwälder. Doch könnten Umbau und nachhaltige Bewirtschaftung nicht allein aus den Erlösen aus dem Holzverkauf finanziert werden. «Der Wald ist ein Multitalent. Er ist nicht nur Klima- und Artenschützer, er liefert sauberes Wasser und hochwertige Lebensmittel», sagte Backhaus. Deshalb müsse die Finanzierung auch auf eine breitere Basis gestellt werden.

© dpa

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