Zug rammt Lebensmittel-Lkw: Neun Verletzte, hoher Schaden

Ein Unfall zwischen einem Zug und einem Lastwagen hat den Verkehr auf der Insel Usedom für längere Zeit lahmgelegt. Es gab neun Verletzte. Gegen den Lkw-Fahrer wird ermittelt.
Ein Zugzusammenstoß mit einem Lastwagen nahe Koserow. © Tilo Wallrodt/dpa

Beim Zusammenstoß eines Zuges mit einem Lastwagen sind am frühen Dienstagmorgen auf der Insel Usedom neun Menschen verletzt worden, zwei davon schwer. Wie ein Sprecher der Bundespolizei sagte, ereignete sich der Unfall an einem mit Halbschranken gesicherten Bahnübergang auf der Bundesstraße 111 zwischen Koserow und Kölpinsee (Landkreis Vorpommern-Greifswald).

Den bisherigen Untersuchungen zufolge soll der 31-jährige Fahrer des mit Lebensmitteln beladenen Lastwagens trotz geschlossener Schranken noch versucht haben, den Bahnübergang zu passieren. Der Zug habe trotz Bremsung den Sattelzug im hinteren Drittel gerammt und stark beschädigt. Dabei sei der Triebwagen aus den Gleisen gesprungen. Der Gesamtschaden wurde zunächst auf 1,2 Millionen Euro geschätzt. Der Lastwagenfahrer soll einen Schock erlitten haben, aber sonst unverletzt geblieben sein.

Gegen ihn werde wegen des Verdachts der Gefährdung des Bahn- und des Straßenverkehrs sowie wegen fahrlässiger Körperverletzung ermittelt, hieß es weiter. Der Vorfall werde im Auftrag der Staatsanwaltschaft von einem Verkehrsgutachter untersucht. Im dem Zug der Usedomer Bäderbahn waren zum Zeitpunkt des Unfalls laut Polizei 15 Passagiere und Bahnmitarbeiter unterwegs.

Die Bergung der Trümmerteile und der Lkw-Ladung dauerte bis zum Nachmittag. Gegen 14.30 Uhr wurde laut Polizei die wichtige Inselstraße wieder für den Verkehr freigegeben. Autofahrer hatten für die Zeit der Sperrung weite Umwege im Kauf nehmen müssen. Eine Umfahrung der Unfallstelle war an der schmalen Inselmitte nicht möglich.

Die Bahnstrecke werde noch länger gesperrt bleiben, weil auch der Gleiskörper beschädigt wurde und repariert werden muss, hieß es. Auch der beschädigte Zug musste noch abtransportiert werden. Neben Polizei und Rettungsdienst waren rund 60 Angehörige der umliegenden Freiwilligen Feuerwehren im Einsatz.

Unweit des Unglücksorts hatte gegen Mittag die B111 auch noch bei Zinnowitz zeitweilig gesperrt werden müssen. Nach Angaben der Polizei war das Auto eines 66-Jährigen vermutlich wegen eines technischen Defekts in Brand geraten. Das Feuer wurde gelöscht, das Auto abgeschleppt, verletzt wurde niemand. Nach Begutachtung durch das Straßenbauamt sei die Straße kurze Zeit später wieder für den Verkehr freigegeben worden.

© dpa
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