Bundeswehr-Landeskommando mit neuer Spitze: Hilfe bleibt

Das Landeskommando der Bundeswehr tritt meist nur dann öffentlich in Erscheinung, wenn die Not groß und die Hilfe von Soldaten in zivilen Bereichen gefragt ist. Zuletzt war das in der Corona-Pandemie der Fall. Nun hat das Landeskommando im Nordosten einen neuen Chef.
Uwe Nerger, Brigadegeneral der Bundeswehr. © Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

Brigadegeneral Uwe Nerger steht fortan an der Spitze des Landeskommandos der Bundeswehr in Mecklenburg-Vorpommern. Der 63-Jährige löst Brigadegeneral Markus Kurczyk ab, der nach zweieinhalb Jahren im Amt nach Koblenz wechselt, um dort als Kommandeur des «Zentrums Innere Führung» eine wichtige Aufgabe zu übernehmen. Nerger war zuletzt im Kommando Heer in Strausberg als Abteilungsleiter tätig. Er kennt Mecklenburg-Vorpommern aber bereits aus seiner Zeit als Stabschef der 14. Panzergrenadierdivision in Neubrandenburg von 2005 bis 2008.

Die Amtsübergabe in Schwerin erfolgte durch Generalleutnant Carsten Breuer. Der Befehlshaber des neu aufgestellten Territorialen Führungskommandos der Bundeswehr wertete die Anwesenheit von Landtagspräsidentin Birgit Hesse und Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) als große Wertschätzung. In ihren Reden hätten beide klare Bekenntnisse zur Bundeswehr abgelegt. «Das hat richtig gut getan», sagte Breuer.

Die von Schwesig geführte rot-rote Landesregierung hatte zuletzt massive Kritik einstecken müssen, weil sie im Juni auf Drängen der Linken im Bundesrat dem 100-Milliarden-Paket des Bundes für die Bundeswehr nicht zustimmte.

Schwesig würdigte die Bundeswehr als verlässlichen Partner. Im Rahmen der zivil-militärischen Zusammenarbeit hätten Soldaten schon mehrfach ihre große Einsatzbereitschaft unter Beweis gestellt. Als Beispiele nannte sie die Elbe-Hochwasser, den verheerenden Waldbrand 2019 in Lübtheen oder zuletzt die Bekämpfung der Corona-Pandemie. Ob bei Corona-Tests, den Impfkampagnen, in Gesundheitsämtern oder in den Pflegeheimen hätten Angehörige der Bundeswehr wichtige Arbeit geleistet.

«Wir waren froh, dass die Soldaten im Einsatz waren», betonte Schwesig. Auf dem Höhepunkt der Pandemie seien es mehr als 600 gleichzeitig gewesen. Insgesamt seien 150.000 Personentage zur Unterstützung der zivilen Seite zusammengekommen, Bundeswehrangehörige hätten etwa 100.000 Impfungen vorgenommen.

Breuer sicherte Land und Kommunen weiterhin Unterstützung bei Notlagen und Naturkatastrophen zu, verwies zugleich aber auf die veränderte Sicherheitslage seit Beginn des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine Ende Februar: «Hilfeleistungen in Krisen wird auch weiterhin zu unseren Aufgaben gehören. Darauf können Sie sich, Frau Ministerpräsidentin, absolut verlassen. Aber auch die andere Seite der Medaille gilt es wieder zu polieren. Die sicherheitspolitische Zeitenwende gibt es uns einfach vor. Wir sind Soldaten. Uns gibt es, damit unser Land verteidigt werden kann», machte Breuer deutlich.

Darauf ging auch Schwesig ein. Mit dem russischen Angriff auf die Ukraine sei die äußere Sicherheit wieder stärker zum Thema geworden. «Uns allen ist durch diese Zeitenwende, wie es Bundeskanzler Olaf Scholz gesagt hat, ganz klar geworden, wie wenig selbstverständlich Frieden, Freiheit und Sicherheit in Europa sind. Es sind unsere Streitkräfte, die unsere demokratischen Werte im Notfall verteidigen. Die Entscheidung für die Bundeswehr, beruflich wie persönlich, verdient daher besonderen Respekt», sagte die Ministerpräsidentin.

Das Landeskommando ist die Zentrale der territorialen Wehrorganisation der Bundeswehr. Es koordiniert unter Einbeziehung seiner acht Kreisverbindungskommandos im Nordosten zivile Unterstützungsleistungen der Bundeswehr. Das Landeskommando bildet zudem Reservisten für Heimatschutzverbände aus und beruft sie bei Bedarf ein. Eine weitere Aufgabe ist die Betreuung der Angehörigen von Soldaten im Einsatz.

© dpa
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