Fischsterben noch nicht in MV angekommen: Vorsichtsmaßnahmen

Das massive Fischsterben im deutsch-polnischen Grenzfluss Oder sorgt weiter für Fragen und Sorgen im Nordosten. MV scheint bislang nicht betroffen. Trotzdem gelten Vorsichtsmaßnahmen.
Tote Fische liegen auf Steinen im flachen Wasser des deutsch-polnischen Grenzflusses Oder. © Patrick Pleul/dpa/Archivbild

Das massenhafte Fischsterben in der Oder sorgt weiterhin für Beunruhigung in Mecklenburg-Vorpommern. Bis zum Montagnachmittag waren nach offiziellen Angaben keine Auswirkungen im Nordosten bekannt. «Das ist die gute Nachricht», sagte der Landrat von Vorpommern-Greifswald Michael Sack (CDU) der Deutschen Presse-Agentur. In seinem Landkreis befinden sich Ausläufer des Stettiner Haffs, in das die Oder mündet.

Während die Ursachen für das Fischsterben weiterhin unklar sind, sind die Menschen an den Ausläufern des Stettiner Haffs in Mecklenburg-Vorpommern zur Vorsicht aufgerufen. Das Schweriner Gesundheitsministerium rät für mehrere Badestellen vom Schwimmen ab. Der Landkreis Vorpommern-Greifswald sowie das Landesumweltministerium hatten schon zuvor empfohlen, auf Angeln und Fischen oder die Entnahme von Wasser zu verzichten.

«Zum jetzigen Zeitpunkt können wir gesundheitliche Risiken beim Kontakt mit dem Wasser nicht ausschließen. Deshalb empfiehlt es sich, dass Menschen und Tiere auf das Baden an den ausgewiesenen Stellen verzichten bis weitere Erkenntnisse vorliegen», erklärte die zuständige Landesministerin Stefanie Drese (SPD). «Die Situation ist sehr beunruhigend.»

Der BUND-Gewässerexperte Sascha Maier schätzt die Menge der in den vergangenen Tagen verendeten Fische in der Oder auf bis zu 100 Tonnen. Das sei eine Hochrechnung auf Grundlage der Meldungen über einzelne Sammelaktionen, sagte der Experte der Umweltorganisation am Montag der dpa. Die Umweltkatastrophe betreffe die Oder auf etwa 500 Kilometer Länge.

Von einer «fürchterlichen Umweltkatastrophe» mit länderübergreifenden Auswirkungen spricht das Bundesumweltministerium. Die Bundesregierung nennt es «vordringlich», zeitnah die Ursache für das massive Fischsterben in der Oder zu ermitteln. Polnische Behörden hatten nach Regierungsangaben schon Ende Juli erste Hinweise darauf, dass in dem Fluss massenweise verendete Fische treiben.

Untersuchungen von Proben sollen für mehr Klarheit sorgen. Konkretere Ergebnisse werden möglicherweise bereits bis Dienstag erwartet, wie ein Sprecher des Bundesumweltministeriums am Montag erklärte. Mit einer gemeinsamen Taskforce wollen Deutschland und Polen dem massiven Fischsterben im Grenzfluss Oder entgegentreten.

An Beratungen in Stettin hatten am Sonntagabend auf deutscher Seite Bundesumweltministerin Steffi Lemke, Brandenburgs Umweltminister Axel Vogel (beide Bündnis 90/Die Grünen) und sein Amtskollege aus Mecklenburg-Vorpommern, Till Backhaus (SPD), teilgenommen. Sie trafen sich mit der polnischen Umweltministerin Anna Moskwa und dem polnischen Infrastrukturminister Andrzej Adamczyk.

Im SWR kritisierte Backhaus, dass ein Notfallplan auf polnischer Seite viel zu spät aktiviert worden sei. Man arbeite daran, dass das Haff und die Ostsee in Mecklenburg «von dieser Katastrophe verschont bleibt». Sack betonte, dass die Ostseeküste auf Usedom in keiner Weise betroffen sei. «Hier herrschen beste Badebedingungen.» Das Stettiner Haff ist mit der Ostsee verbunden.

Der Deutsche Angelfischer- und der Deutsche Fischerei-Verband haben unterdessen die deutschen Behörden im Zusammenhang mit dem massenhaften Fischsterben in der Oder kritisiert. «Von außen wirkte die Aktivität der deutschen Behörden nicht wie ein souveränes Krisenmanagement», hieß es in einer gemeinsamen Mitteilung vom Montag. Man hätte sich eine schnellere, flexiblere und großflächigere Probenentnahme gewünscht, sagte Claus Ubl vom Deutschen Fischerei-Verband der Deutschen Presse-Agentur. Damit hätte man eine bessere Vorstellung von der durchlaufenden Welle bekommen.

© dpa
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