Unterschiedliche Auffassungen zu Krisenmanagement an Oder

Nach dem massiven Fischsterben in der Oder fällt die Beurteilung des Krisenmanagements der betroffenen Behörden unterschiedlich aus. Landrat Gernot Schmidt wies am Montag in Lebus Kritik zurück, der Landkreis Märkisch-Oderland habe nicht genügend Unterstützung zum Sammeln der toten Fische entlang der Oder organisiert. Die Schuld auf andere zu schieben, sei immer leicht, gerade in Katastrophen. «Das zeugt manchmal auch davon, dass man zu wenig eigene Kreativität hat», sagte Schmidt der Deutschen Presse-Agentur. Seit vergangenem Dienstag liefen mit der Landesebene gemeinsame Maßnahmen auf Grundlage des Katastrophenabwehrplans des Kreises. Allein am Sonntag seien 30 Tonnen Fisch gesammelt worden, berichtete er. Die Fischkadaver sollen nach Schwedt gebracht und dort verbrannt werden. Der Kreis Märkisch-Oderland liegt auf einer Länge von rund 80 Kilometer an der Oder zur Grenze nach Polen.
Tote Fische haben sich an einem Wehr im deutsch-polnischen Grenzfluss Westoder gesammelt. © Patrick Pleul/dpa

Die Notwendigkeit, eine Großschadenslage auszurufen, die auch Tausende Kräfte mobilisieren könnte, sieht Schmidt nach eigenen Worten zum jetzigen Zeitpunkt nicht. Noch sei der Landkreis in der Lage, die Situation mit seiner Expertise vor Ort zu bewältigen.

Die besonders vom Fischsterben betroffene Kleinstadt Lebus sieht das anders. Der Landkreis sei überfordert gewesen, da niemand mit so einer Menge an Fischkadaver gerechnet habe, sagte die stellvertretende Amtsdirektorin, Katja Klemke, am Montag. Ehrenamtliche Helfer vor Ort hätten große Unterstützung erhalten. Allerdings hätten Container für die Fischkadaver und auch Boote zum Einsammeln der toten Fische gefehlt. Eine andere Bewertung der Lage habe dazu geführt, mehr Kräfte anfordern zu können, schätzte Klemke ein.

Auch der Lebuser Stadtverordnete Urs Walter übte Kritik. «Es wurde alles dem Zufall überlassen, wo man schnell hätte handeln müssen. Nicht mal die Schutzausrüstung zum Sammeln der toten Fische hat gereicht», kritisierte er. Die Menschen vor Ort hätten alles selbst organisiert. Für die Stadt sei die Umweltkatastrophe verheerend. «Der Radtourismus ist am Sterben.» Die Folgen seien nicht abzuschätzen.

Der Oberbürgermeister der Oder-Stadt Frankfurt, René Wilke (Linke), hatte am Sonntag kritisiert, Kommunen seien mit dem Krisenmanagement angesichts des Fischsterbens in der Oder auch allein gelassen worden. «Die Akutlage haben wir allein geregelt.»

© dpa
Weitere News
Top News
Formel 1
Formel 1: Verstappen nutzt Titelchance nicht - Perez siegt in Singapur
People news
Energiekrise: Van Almsick sorgt sich um Schwimmausbildung
Tv & kino
ProSieben-Show: «Masked Singer»: Katja Burkard als erste Prominente enttarnt
People news
Monarchie: Klimagipfel - König Charles reist nicht nach Ägypten
Internet news & surftipps
Finanzen: Bitcoin: Virtuelles Schürfen wird immer klimaschädlicher
Handy ratgeber & tests
Featured: Archero-Tipps: Gibt es Cheats oder Promo-Codes für das Handyspiel?
Handy ratgeber & tests
Featured: Gibt es Promo-Codes im Oktober 2022 zu RAID: Shadow Legends?
Wohnen
Hydraulischer Abgleich : Nicht umlegbar: Kosten für Heizungsoptimierung
Empfehlungen der Redaktion
Regional berlin & brandenburg
Umweltverschmutzung: Hunderte Helfer sammeln an der Oder tote Fische ein
Panorama
Umweltkatastrophe: Polen: Quecksilber nicht die Ursache für Fischsterben
Regional mecklenburg vorpommern
Fischsterben: Fischsterben in Oder: Polen und Deutschland beraten
Regional berlin & brandenburg
Umwelt: Giftstoffe in der Oder: Naturschützer fürchten Folgen
Panorama
Umweltkatastrophe: Fischsterben in der Oder: Lemke setzt auf Zusammenarbeit
Regional berlin & brandenburg
Umweltverbrechen: Fischsterben: Polen setzt hohe Belohnung für Hinweise aus
Regional mecklenburg vorpommern
Umwelt: Fischsterben: Lemke setzt auf Zusammenarbeit mit Polen
Panorama
Umweltkatastrophe: Ursache des Fischsterbens in Oder weiter unklar