Bade- und Angelbeschränkungen für Oderhaff aufgehoben

Zwei Wochen lang war unklar, ob sich das mysteriöse Fischsterben in der Oder bis an die Flussmündung und darüber hinaus fortzieht. Jetzt gaben die Behörden Entwarnung. Im Oderhaff sind Baden und Angeln wieder möglich.
Gut besucht ist der Strand am Stettiner Haff. © Jens Büttner/dpa/Archivbild

Im Kleinen Haff an der Odermündung darf wieder bedenkenlos gebadet und geangelt werden. Die Landesregierung Mecklenburg-Vorpommerns hob am Donnerstag die vorsorgliche Badewarnung auf und nahm auch die Empfehlung zurück, auf Angeln und Fischen zu verzichten. Die Untersuchungen der zuständigen Umwelt- und Veterinärbehörden hätten keine auffälligen Konzentrationen von Schadstoffen ergeben, teilte Umweltminister Till Backhaus (SPD) in Schwerin mit.

Auch die Goldalgen, deren Gift als eine mögliche Ursache für das massenhafte Fischsterben seit Anfang August in der Oder angenommen wird, wiesen im Haff nur sehr geringe Konzentrationen auf. «Damit ist das Vorkommen als ungefährlich einzustufen», betonte Backhaus. Zudem seien im Kleinen Haff keine toten oder mit Schadstoffen belasteten Fische gefunden worden. Dennoch werde das Gewässer weiterhin regelmäßig beobachtet und es würden Wasserproben von dort genommen.

Als Reaktion auf das massenhafte Fischsterben in der Oder waren am 12. August auf deutscher Seite Bade- und Angelwarnungen für den Mündungsbereich des Flusses erlassen worden. Auch auf die Nutzung von Wasser aus dem Kleinen Haff für Bewässerung oder zur Viehtränke sollte verzichten werden. Nach Angaben polnischer Behörden wurden inzwischen mehr als 200 Tonnen toter Fische aus der Oder geborgen.

«Wir sind froh, dass die vorsorgliche Badewarnung auf Grundlage der Erkenntnisse aus den Probenauswertungen des Umweltministeriums aufgehoben werden kann. Die Auswirkungen des Fischsterbens stellen demnach in der Region derzeit kein Gesundheitsrisiko für Badegäste dar», sagte Gesundheitsministerin Stefanie Drese (SPD).

Erleichterung löste die Aufhebung der Warnungen auch in der Tourismuswirtschaft aus. «Die Branche kann aufatmen und ist dankbar dafür, dass gemeinsam und schnell alles darangesetzt wurde, Aufklärung zu betreiben», sagte der Tourismusbeauftragte des Landes, Tobias Woitendorf. Die Nachricht sei ein wichtiges Signal für Touristiker in der Region und für alle Gäste, mögliche Bedenken gegen einen geplanten Aufenthalt am Stettiner Haff wegschieben zu können. Vor allem für Berliner sind die Haffregion und die Insel Usedom beliebte Reiseziele.

Nach Einschätzung von Backhaus ist wohl das Zusammentreffen mehrerer Umstände Ursache für das Fischsterben in der Oder. Dazu gehörten das Einleiten salzhaltiger Abwässer in die Oder, das dadurch geförderte Algenwachstum, der aktuell niedrige Wasserstand und die anhaltend hohen Temperaturen.

© dpa
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