Akute Brandgefahr im ganzen Land

04.08.2022 Die lange Trockenheit im Land lässt den Gefahrenindex immer wieder in die Höhe schnellen. Bei Feld- und Waldbränden in Mecklenburg-Vorpommern wurden bereits große Schäden angerichtet. In der Nacht auf Freitag könnte Regen zu einer Entspannung beitragen.

Rauch steigt von einem Waldbrandgebiet in den Himmel. © Robert Michael/dpa/Symbolbild

Während viele Menschen die Sonne und die hohen Temperaturen genießen, bleibt das Risiko von Feld- und Waldbränden hoch. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) gab die Gefahr von Bränden in Wäldern und im Grasland am Donnerstag im ganzen Land mit den höchsten Warnstufen 4 und 5 an. Erst für die Nacht angekündigte Gewitter könnten zu einer Entspannung der Situation führen.

In der Landeshauptstadt Schwerin hat die Verwaltung aufgrund der akuten Lage das Grillen auf öffentlichen Plätzen und ausgewiesenen Grillplätzen bis auf Weiteres verboten. «Der kleinste Funkenflug reicht aus, um angrenzende Flächen in Brand zu setzten», warnte die stellvertretende Chefin der Berufsfeuerwehr, Nanne Schumann. Am Donnerstag kam es laut Polizei unter anderem in Friedrichshöhe bei Rostock, Knüppeldamm (Kreis Mecklenburgische Seenplatte), Hornstorf (Kreis Nordwestmecklenburg) und Güstrow (Kreis Rostock) zu Feldbränden.

Am Vortag hatten Brände unter anderem in Lohmen (Landkreis Rostock), auf der Insel Usedom und bei Anklam Schäden von geschätzt mehr als 800.000 Euro zur Folge. Die Größten entstanden laut Polizei bei zwei Feuern auf den Feldern bei Lohmen, wo ein Traktor mit Strohpresse verbrannte sowie nahe Benz auf Usedom, wo ebenfalls ein Traktor mit Anhänger Feuer fing. Dort war der aufragende Aufbau des Hängers mit einer Hochspannungsleitung in Berührung gekommen. Der Traktorfahrer wurde leicht verletzt. Der Stromversorger musste für mehrere Gemeinden und tausende Einwohner und Urlauber den Strom zeitweise abschalten. Etwa 40 Feuerwehrleute waren im Einsatz, der Schaden wurde auf etwa 400.000 Euro geschätzt. Bei Lohmen entstand ein Schaden von rund 350.000 Euro, als eine Strohpresse und die Zugmaschine Feuer fingen. Der Fahrer konnte sich retten. Die Flammen breiteten sich auch auf 1,5 Hektar Fläche auf dem Stoppelfeld aus, konnten aber von fast 50 Feuerwehrleuten eingedämmt werden.

Die Meteorologen des DWD prognostizieren für den Abend, die Nacht und Freitag Gewitter und Regen. In einigen Regionen des Landes könnte es demnach bereits am Donnerstag zu Starkregen, kleinkörnigem Hagel und Sturmböen von bis zu 75 Kilometern pro Stunde kommen.

Die Brandgefahr sinkt der Vorhersage nach hierdurch deutlich. Ob die Regenfälle das Risiko jedoch längerfristig senken, erscheint zumindest fraglich. In den letzten Wochen hatte die Trockenheit immer wieder zu einem Anstieg der Brandgefahr im Land geführt.

Die hohen Temperaturen und fehlender Niederschlag über einen längeren Zeitraum lassen Böden und Vegetation zunehmend austrocknen, Funkenschlag durch landwirtschaftliche Maschinen oder eine unachtsam weggeworfene Zigarette können dann schnell außer Kontrolle geraten.

© dpa

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