Nach zwei schwierigen Jahren: Optimismus bei Jugendherbergen

23.04.2022 Reisen stehen bei Schulklassen oder Kinder- und Jugendgruppen oft hoch im Kurs. Doch die Corona-Pandemie hat ihre Möglichkeiten zwei Jahre radikal eingeschränkt.

Der Schriftzug «Jugendherberge» steht vor der Jugendherberge in Stralsund. © Stefan Sauer/dpa

Mit nunmehr elf Unterkünften startet das Deutsche Jugendherbergswerk MV in die Saison 2022. Dabei hofft Vorstand Kai-Michael Stybel, dass es keine weiteren coronabedingten Einschränkungen geben wird, denn die Pandemie hatte in den vergangenen zwei Jahren den Verband in Existenznöte gebracht. Dies lasse sich unter anderem an der gesunkenen Zahl von Herbergen im Nordosten ablesen. «Im Jahr 2019 betrieben wir noch 16 Jugendherbergen, 5 mehr als in diesem Jahr», sagte Stybel der Deutschen Presse-Agentur.

Inzwischen seien die Unterkünfte in Güstrow und Zingst als Folge der Pandemie dauerhaft zu. Die Schließung der Häuser in Barth und Ueckermünde sei schon vor Corona entschieden worden. Für das Haus in Waren (Müritz) konnte die Betriebsfähigkeit mit ausreichend Personal nicht rechtzeitig hergestellt werden, und es bleibt deshalb für diese Saison geschlossen, wie Stybel sagt. Aktuell gebe es dort jedoch eine Sondernutzung für die Flüchtlingshilfe durch das Deutsche Rote Kreuz.

Für 2022 werde mit rund 250.000 Übernachtungen gerechnet, dabei seien die Herbergen coronabedingt fast das gesamte erste Quartal über nicht geöffnet gewesen. «Wir streben eine Auslastungsquote von 37 Prozent im Jahresdurchschnitt an, 2019 lagen wir noch bei knapp 43 Prozent», sagte Stybel. Gleichzeitig lägen die Vorbuchungen für 2022 ungefähr acht bis zehn Prozent unter dem Niveau von 2019.

Die aktuellen Corona-Auflagen stellten für die Jugendherbergen kein Problem dar, solange auch in Schulen Testverpflichtungen bestehen bleiben. «Wir stellen fest, dass Lehrer und Betreuer einen routinierten Umgang mit Testerfordernissen gefunden haben. Solange die Pandemie nicht gänzlich verschwunden ist, bleibt ein gesteigertes Sicherheitsbedürfnis für eine beschützte Gruppenarbeit mit Kindern und Jugendlichen bestehen.»

Stybel betonte, dass Kinder- und Jugendreisen ein wichtiger Baustein seien, um den Kindern und Jugendlichen eine Abwechslung zum Lebensalltag und den Zugang zu noch Unbekanntem zu ermöglichen. Es sei nun wichtig, dass zunächst im Lebensalltag der Schulen und Jugendarbeit in den Vereinen wieder Normalität einkehrt. «Die Fahrten mit Schülern, Kindern und Jugendlichen finden ja nicht losgelöst von der Bildungs- und Jugendarbeit zu Hause statt.»

© dpa

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