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Tierheime in MV an und über der Belastungsgrenze

Der Tierschutzbund im Nordosten schlägt Alarm: Zu viele Tiere werden von Haltern abgegeben. Den Ursprung der Krise sehen die Tierschützer in den vielen unüberlegten Anschaffungen während der Pandemie.
Tierheime im Nordosten überfüllt
Im Tierheim Schlage bei Rostock sitzt ein Kater in seinem Gehege. © Bernd Wüstneck/dpa/Archibild

Die Tierheime in Mecklenburg-Vorpommern können kaum noch neue Tiere aufnehmen. «Tiere werden immer öfter eingeschläfert, weil niemand sie mehr aufnimmt oder der Tierarzt nicht bezahlt werden kann», beschreibt Kerstin Lenz vom Tierschutzbund Mecklenburg-Vorpommern die drastischen Folgen. «Auch bei uns wird vielerorts nichts mehr an Hunden, Katzen und Kleintieren aufgenommen, weil wir alle voll sind und am Ende unserer Kräfte.»

Während den Tierheimen im Bereich der Hunde den Angaben nach nur noch große, verhaltensauffällige oder kranke Tiere angeboten werden, werden sie bei den Katzen mit Jungtieren quantitativ überfordert. «Jeder von uns hat Kitten zu Hause, die er mit der Flasche groß zieht», sagt Lenz.

Als Hauptgrund für die außerordentlich hohe Zahl der Abgaben sieht sie die unüberlegte Anschaffung von Tieren während der Corona-Pandemie «ohne Vorkenntnisse und ohne finanzielle Grundlage». Jetzt sollen den Worten der Tierschützerin nach unerzogene und bissige Tiere abgeschoben werden. Dieser Faktor habe erst jetzt an Gewicht gewonnen.

Lenz beklagt jedoch auch eine Politik, die sich der Probleme nur mit Verzögerung annimmt: «Wir haben zehn Jahre für einen neuen Fundtiererlass gekämpft.» Hinzu kommt ein Mangel an ehrenamtlichen Helfern, Förderung und Spenden. Die Vereine seien vielerorts nur zur Hälfte ausfinanziert, mehrere stünden kurz vor der Aufgabe.

Die finanzielle Situation enorm verschlechtert hat zudem eine im Herbst 2022 eingeführte Gebührenerhöhung bei den Tierärzten. Diese hat Lenz zufolge die Kosten verdreifacht. Wegen der vielen Tiere in den Einrichtungen, die alle geimpft, entwurmt und gechippt werden müssen, falle dies besonders ins Gewicht. Abgaben von Tieren aus finanziellen Gründen seien jedoch bisher selten.

In anderen Bundesländern sind die Tierheime ebenfalls in Bedrängnis: Der Tierschutzbund im Nordosten stellt sich daher auch hinter den vom Bündnis Schattenhund an die Bundesregierung geschickten Brandbrief. Hier wird unter anderem eine Eindämmung des illegalen Tierhandels und der unregulierten Tierzucht gefordert.

© dpa
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