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Stralsunder Werft soll Vorreiter bei Schiffsrecycling werden

Nach der Insolvenz von MV-Werften musste neue Arbeit für die Stralsunder Volkswerft her. Mit dem Recycling von Schiffen soll in Stralsund nun Pionierarbeit geleistet werden.
Volkswerft Stralsund
Blick auf das Logo der Volkswerft auf dem Gelände der ehemaligen MV Werften am Standort Stralsund. © Stefan Sauer/dpa

Die Stralsunder Volkswerft soll mit einer Anlage für Schiffsrecycling nach Plänen des Bremer Unternehmens Leviathan deutschlandweit zum Vorreiter werden. «Zum einen ist es deutschlandweit eine Premiere, weil es noch keinen industriellen oder überhaupt zugelassenen Schiffsrecycling-Betrieb in Deutschland gibt», sagte Leviathan-Mitgründer Simeon Hiertz am Dienstag anlässlich der Vorstellung der Pläne auf einem Wirtschaftsforum auf der Volkswerft. Auch weltweit sieht er sein Projekt in Sachen Automatisierung und Standards vorne.

Leviathan hat nach eigenen Angaben einen Pachtvertrag mit der Stadt Stralsund unterzeichnet, die die Werft als maritimen Gewerbepark betreibt. «Die Anlage bietet uns deutliche Vorteile. Mit einem 300 Meter langen Schiffshebewerk und einer 140 Meter langen Schiffbauhalle haben wir viele Möglichkeiten zur Verfügung», lobte Karsten Schumacher, geschäftsführender Gesellschafter von Leviathan.

Nach eigenen Angaben hat das Unternehmen ein Konzept zur Schiffszerlegung nahezu ohne CO2-Emissionen erfolgreich getestet. Zum Einsatz kommen demnach Roboter und Wasserstrahlschneider mit hohem Druck. Diese würden mit regenerativer Energie betrieben.

Weitere Entwicklungsarbeit etwa im Bereich Automatisierung solle folgen. Dafür sollen zunächst kleinere Schiffe recycelt werden. Später sollen Schiffe mit einer Länge von bis zu 350 Metern zerlegt werden können. Signale von Schiffseignern ließen auf einen klaren Bedarf schließen.

Das Abwracken großer Schiffe erfolgt nach Branchenangaben meistens in Südasien. Dabei werden die Seeschiffe beim sogenannten «Beaching» häufig mit hoher Fahrt auf den Strand gefahren und dort zerlegt. Die internationale Nichtregierungsorganisation Shipbreaking Platform prangert seit Jahren an, dass es beim Abwracken alter und schadstoffbelasteter Schiffe immer wieder zu Umweltschäden, Menschenrechtsverletzungen, Kinderarbeit, Krankheits- und Todesfällen kommt.

In der EU ist das Abwracken alter Schiffe bereits streng geregelt. Diese dürfen nur in von der EU zertifizierten Einrichtungen recycelt werden. Ab Mitte 2025 sollen für das Schiffsrecycling auch weltweit einheitliche Regeln für den Umwelt- und Arbeitsschutz gelten. Mit dem klimafreundlichen Umbau der Schiffsflotten dürften die Schiffsfriedhöfe in den nächsten Jahren großen Zulauf bekommen.

Außerdem teilten die Stadt Stralsund und das südbadische Familienunternehmen Ekato am Dienstag mit, dass Ekato künftig in Stralsund vor allem Großrührwerke montieren sowie sehr große Stahl-Rührteile für den weltweiten Export fertigen wolle. Die Rührwerke würden etwa in der Kosmetik-, Pharma-, Chemie-, oder Nahrungsmittelindustrie benötigt. Ekato ist nach eigenen Angaben Weltmarkführer. Der Standort in Stralsund mit Zugang zum Seeweg soll den Export vereinfachen.

© dpa
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