Lohnzuwachs bei allen Einkommen: Spreizung weiterhin groß

Von den Lohnsteigerungen in den vergangenen vier Jahren haben in Mecklenburg-Vorpommern vor allem Arbeitnehmer in den mittleren Einkommensgruppen profitiert. Wie das Statistische Amt Mecklenburg-Vorpommerns am Dienstag in Schwerin mitteilte, stiegen von 2018 bis Mitte 2022 die Bruttoeinkommen in diesem Bereich um 17,9 Prozent auf 16,25 Euro je Stunde. Für Arbeitnehmer im Niedriglohnsektor erhöhte sich der Stundenlohn in diesem Zeitraum um 15 Prozent auf 10,57 Euro.
Eine Frau hält Geldscheine in der Hand. © Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa/Illustration

Einen prozentual ähnlichen Zuwachs verzeichneten Beschäftigte im oberen Einkommensbereich. Da diese aber bereits gut verdienten, fiel das Plus mit 3,71 auf 28,41 Euro absolut fast dreimal so hoch aus wie bei den Geringverdienern. Im unteren Zehntel der Einkommenspyramide wirkte sich vor allem die Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohns aus. Dieser war zwischen April 2018 und April 2022 von 8,84 Euro auf 9,82 Euro je Stunde angehoben worden.

Laut Statistikamt arbeiteten im April 2022 in Mecklenburg-Vorpommern rund 152.000 abhängig Beschäftigte für weniger als 12,50 Euro brutto je Stunde. Der Anteil der Beschäftigten im sogenannten Niedriglohnsektor betrug damit 24 Prozent. Vier Jahre zuvor waren es nach Berechnungen des Amtes noch 30 Prozent. 2018 habe die Niedriglohnschwelle bei 11,05 Euro je Stunde gelegen.

Der gesetzliche Mindestlohn liegt seit dem 1. Oktober 2022 bei 12,00 Euro je Stunde. Nach Einschätzung des Statistischen Amtes hat die Anhebung des Mindestlohns die Verdienstentwicklung in Ostdeutschland insgesamt stärker beeinflusst als in Westdeutschland, wo die Tarifbindung und damit das Lohnniveau weiterhin deutlich höher sind als im Osten. Erhebungen zufolge verdienen Arbeitnehmer in Mecklenburg-Vorpommern etwa 15 Prozent weniger als etwa ihre Kollegen im benachbarten Schleswig-Holstein.

Mit der Lohnentwicklung in Mecklenburg-Vorpommern befasst sich am Donnerstag auch der Landtag in Schwerin. Die Koalition aus SPD und Linke will mit Änderungen bei der Vergabe öffentlicher Aufträge und unterschiedlichen Fördersätzen bei Investitionen Anreize für mehr Tariftreue in der Wirtschaft setzen.

Für die Verdiensterhebungen der Statistikämter waren im April deutschlandweit Stichproben in 58.000 Betrieben zu Verdiensten und Arbeitszeiten genommen worden. Verglichen wurden die Ergebnisse mit der letztmals im April 2018 durchgeführten Erhebung.

© dpa
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