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Staatsanwaltschaft fordert Lebenslang wegen Mordes an Sohn

Der Fall ist rätselhaft bis zum Schluss: Lebenslange Haft fordert die Staatsanwaltschaft für einen 50-Jährigen wegen Mordes an seinem kleinen Sohn vor zehn Jahren. Die Verteidigung plädiert auf Freispruch. Das Urteil soll am kommenden Montag fallen.
Fortsetzung Mordprozess
Carsten Düwel (l-r), Rechtsanwalt, der Angeklagte im Mordprozess und Matthias Macht, Rechtsanwalt, warten auf die Fortsetzung des Prozesses. © Bernd Wüstneck/dpa

Im Prozess um den Tod eines kleinen Jungen vor zehn Jahren hat die Staatsanwaltschaft für dessen Vater am Montag in Schwerin lebenslange Haft wegen Mordes gefordert. Die Nebenklage schloss sich dieser Forderung im Landgericht an, wie ein Gerichtssprecher sagte. Die Verteidigung plädierte demnach auf Freispruch und verwies auf mehrere Geständnisse des Mannes, die sich in einigen Punkten widersprächen. Die Tat sei dem Mann nicht nachzuweisen. Das Urteil soll am kommenden Montag (11. September) gesprochen werden.

Es ist ein Fall mit vielen Fragezeichen - auch noch zehn Jahre nach dem wohl gewaltsamen Tod eines Zweijährigen. Sein Vater soll den Jungen im Januar 2013 erstickt haben. Seit Mitte Mai muss sich der 50-Jährige vor dem Landgericht Schwerin wegen Mordes verantworten. Der Junge sei nach Ansicht des Vaters sehr anstrengend und quengelig gewesen und habe seinem Vorhaben im Wege gestanden, nach Spanien auszuwandern, heißt es in der Anklage.

Die Ehefrau des Angeklagten, Mutter der beiden gemeinsamen Kinder, hatte ihren Mann knapp acht Jahre nach der mutmaßlichen Tat angezeigt. Wiederum zwei Jahre später stellte sich der Vater, nachdem er von der Staatsanwaltschaft informiert wurde, dass gegen ihn ermittelt wird. Er lebte inzwischen getrennt von seiner Frau in der Schweiz.

Bei der Polizei gab der Vater an, er sei mit dem Jungen in einen Wald gefahren und habe ihm im Kindersitz im Auto eine Decke aufs Gesicht gedrückt. Danach habe er das tote Kind im Wald unter Zweigen und Ästen versteckt. Allerdings schrieb der Vater - vermutlich nur wenige Wochen nach der Tat - für seine Frau eine andere Version auf. Demnach erstickte er den Sohn außerhalb des Autos mitten im Wald. Vor Gericht schwieg der Angeklagte zum Tatvorwurf bis zuletzt.

Die Mutter berichtete 2020 bei der Polizei, ihr Mann habe behauptet, den Kleinen zu den Großeltern gebracht zu haben, weil der Umzug nach Spanien für ihn zu anstrengend erschien. Erst als der Vater drei Wochen später die Leiche nach Spanien holte, habe sie vom Tod ihres Kindes erfahren. Über Jahre habe ihr Mann gedroht, ihr und dem anderen Sohn etwas anzutun, falls sie zur Polizei gehen würden. 2020 sei sie dennoch diesen Schritt gegangen, weil sie es nicht mehr ausgehalten habe.

© dpa
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