Hafen Rostock kann hohes Umschlag-Niveau halten

Der Überseehafen in Rostock hat trotz der aktuellen wirtschaftlichen Gesamtlage sein gutes Vorjahresergebnis beim Güterumschlag erneut erreicht. Bei den Passagierzahlen war zudem eine deutliche Erholung festzustellen. Ganz hinter sich gelassen hat der Hafen die Folgen der Pandemie jedoch noch nicht.
Hafenkräne stehen an einem leeren Verladekai im Rostocker Seehafen. © Jens Büttner/dpa

Der Überseehafen in Rostock hat im ersten Halbjahr 2022 das Rekordergebnis beim Güterumschlag aus dem Vorjahr halten können. In den ersten sechs Monaten seien 14,4 Millionen Tonnen verladen worden, teilte der Hafenbetreiber Rostock Port am Freitag in der Hansestadt mit. 600 000 Tonnen Ladung seien zudem an anderen Hafenanlagen wie dem Chemiehafen Yara sowie dem Fracht- und Fischereihafen verladen worden. Dem Geschäftsbericht zufolge haben sich die Passierzahlen zudem von dem Einbruch in der Corona-Pandemie erholt.

Die Zahl der Fährpassagiere verdoppelte sich nahezu auf 953 000 und erreichte damit laut Unternehmen wieder das Niveau von vor der Corona-Pandemie. Im Vorjahreshalbjahr waren 488 000 Fährpassagiere befördert worden. Auch bei den Anläufen für Kreuzfahrtschiffe am Passagierkai in Warnemünde erwartet der Hafenbetreiber für das Jahr 2022 eine deutliche Erholung. 140 Kreuzfahrtschiffe sollen dort in diesem Jahr vor Anker gehen, dies wäre ein deutlicher Sprung im Vergleich zu den 47 Anläufen im Gesamtjahr 2021. Im Jahr 2019 lag diese Zahl jedoch mit 196 Schiffen noch ein gutes Stück über der Prognose.

Geschäftsführer Gernot Tesch zeigte sich mit dem Ergebnis zufrieden. Alle Rostocker Hafenunternehmen und -behörden hätten dafür gesorgt, dass - trotz des Kriegs in der Ukraine und der Corona-Pandemie - das Rekord-Niveau des ersten Halbjahrs 2021 beim Güterumschlag erneut erreicht werden konnte. Dem Unternehmen zufolge könnte das gute Ergebnis des Gesamtjahrs 2021 auch in diesem Jahr erreicht werden. Da die Belastungen bei den Lieferketten jedoch anhielten, sei eine Vorhersage schwierig.

Wenngleich die Gesamtmenge des Güterumschlags im Seehafen nahezu unverändert blieb, kam es zu deutlichen Verschiebungen bei der rollenden Fracht, die mit einem Anteil von zwei Dritteln (9,1 Mio Tonnen) den größten Teil ausmacht. Während die Zahl der transportierten Lastwagen um sieben Prozent auf 218 000 anstieg, brach der Bereich Bahnwaggons in den ersten sechs Monaten im Jahresvergleich um 6650 Stück auf 8150 ein. Dies sei jedoch «allein durch den Sondereffekt einer zeitweisen Streckensperrung in Dänemark im vergangenen Jahr verursacht», so Tesch. Die Zahl der transportierten Pkw habe sich zudem im selben Zeitraum auf 204 000 verdoppelt.

Der Rest des Umschlags waren Massen- und Stückgüter mit 5,3 Millionen Tonnen im ersten Halbjahr. Mit einem Rückgang der Flüssiggüter im Jahresvergleich um 211 000 auf 1,42 Millionen Tonnen und einem Zuwachs bei Schüttgütern um 230 000 auf 3,6 Millionen Tonnen kam es auch hier zu Änderungen. Laut dem Hafen wurde unter anderem mehr Rohöl, Biodiesel und Getreide importiert und weniger Gas und Heizöl. Einem Sprecher zufolge sind Schwankungen in diesem Maße jedoch nicht unüblich.

Um sich auf die Zukunft vorzubereiten, plant der Hafen eine Vielzahl an Neubau- und Renovierungsmaßnahmen. Neben dem Ersatzneubau zweier Multifunktionsliegeplätze und etlicher Straßenbauprojekte im und um den Hafen misst man vor allem der Vertiefung der Fahrrinne auf 16,50 Meter viel Bedeutung bei. «Rostock wird nach der Umsetzung dieser Maßnahme und parallel zu den erfolgenden Anpassungen der Liegeplatzkapazitäten gerade für flüssige und trockene Massengüter noch attraktiver», so Hafen-Geschäftsführer Jens Scharner. Das Projekt soll im letzten Quartal des Jahres starten und hat eine prognostizierte Bauzeit von zweieinhalb Jahren.

Daneben soll mit dem Projekt «HyTech Hafen Rostock» eine Produktionsanlage für aus Ökostrom hergestelltem grünen Wasserstoff entstehen. Eine endgültige Investitionsentscheidung für das Energieprojekt mit einer Kapazität von 100 Megawatt sei jedoch noch nicht getroffen worden. An dem hierfür gegründeten Unternehmen sind neben dem Hafen auch die EnBW Neue Energien GmbH, die RheinEnergie AG, und die RWE Generation SE zu gleichen Teilen beteiligt. Der geplante Standort erlaube den Ausbau der Anlage auf 1000 Megawatt, hieß es.

© dpa
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