Peene-Werft: Investitionen trotz Sorge um Korvetten-Auftrag

Die Werftengruppe Naval Vessels Lürssen (NVL) hat vor dem Ausbleiben der Bestellung weiterer Korvetten durch die Marine gewarnt. «Weil die Marine und die Bundeswehr damit eine Chance vergibt, schnell zu weiteren Schiffen beziehungsweise Booten zu kommen», sagte NVL-Geschäftsführer Tim Wagner am Donnerstag auf der Peene-Werft im vorpommerschen Wolgast. Bisher habe man dazu nur Informationen aus den Medien. Die Marine würde mit der vorläufigen Streichung Potenziale der Serienfertigung ungenutzt lassen und auf Werften in ganz Norddeutschland für Unterbeschäftigung sorgen.
Blick auf die Werfthalle der Peene-Werft. © Stefan Sauer/dpa

Medien hatten berichtet, dass das Bundesverteidigungsministerium die dritte Bestellung zum Bau von Korvetten der Klasse K130 nach Kritik des Bundesrechnungshofs doch nicht über das 100 Milliarden Euro schwere Sondervermögen finanzieren wolle. In Wolgast wird aktuell im Rahmen einer vorhergehenden Bestellung von fünf Korvetten noch am letzten Hinterschiff gearbeitet. Das erste Schiff dieser zweiten Bestellung wurde bereits getauft. Die fünf Schiffe der ersten Bestellung sind bereits im Einsatz.

Wagner sieht ohne die Korvetten-Bestellung für die Peene-Werft im kommenden Jahr «eine kleine Delle in der Auslastung». Dennoch investiert NVL etwa rund 15 Millionen Euro am Standort und baut eine Überdachung für das dortige Trockendock. Am Donnerstag wurde der Grundstein feierlich gelegt. Die Überdachung soll auch beim Bau der Hinterschiffe neuer Fregatten helfen, die Mitte kommenden Jahres in Wolgast beginnen soll. Unter Federführung der niederländischen Werft Damen Shipyards sollen für mehrere Milliarden Euro in Deutschland vier Fregatten des Typs F126 gebaut werden.

Das Land Mecklenburg-Vorpommern fördert die Überdachung mit 800.000 Euro. Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD) sagte am Donnerstag, die Landesregierung bekenne sich zum Marineschiffbau als Zukunft des Schiffbaus im Nordosten. «Diese Welt ist nun einmal, wie sie ist und deswegen sind wir in einer Zeit, wo Marineschiffbau wieder gefragt ist», sagte Meyer auch mit Blick auf den Krieg in der Ukraine.

Die über mehrere Standorte in Norddeutschland verteilte Lürssen-Werft hatte sich im Oktober vergangenen Jahres neu aufgestellt und Jachtbau und Marineschiffbau organisatorisch getrennt. Letzteres verantwortet die NVL-Gruppe, zu der der Wolgaster Standort gehört. Auf der Peene-Werft arbeiten nach Unternehmensangaben etwa 320 Mitarbeiter vor allem an Marine-, Behörden- und Spezialschiffen.

© dpa
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