Rund 10.000 Teilnehmer beim Christopher-Street-Day

Von der Resonanz waren selbst die Veranstalter überrascht. In einem langen, bunten und lautstarken Zug durch die Rostocker Innenstadt machten sich rund 10.000 Menschen stark für sexuelle und geschlechtliche Vielfalt.
Rund 10.000 Menschen beim Christopher-Street-Day in Rostock. © Frank Hormann/dpa/Archivbild

Beim 20. Christopher Street Day (CSD) in Rostock haben am Samstag nach gleichlautenden Angaben von Polizei und Veranstaltern rund 10.000 Teilnehmer Forderungen nach mehr Akzeptanz von sexueller und geschlechtlicher Vielfalt Nachdruck verliehen. Zudem verlangten sie gesetzliche Reformen, mit denen Benachteiligungen etwa von homosexuellen Männern und lesbischen Frauen aufgehoben werden. Als Beispiele nannte CSD-Organisator Max Rentner Beschränkungen für Homosexuelle beim Blutspenden sowie Hürden bei der Anerkennung des Sorgerechts in lesbischen Beziehungen. Zudem rief Rentner die Landesregierung auf, den Landesaktionsplan für sexuelle Vielfalt mit den erforderlichen finanziellen Mitteln auszustatten.

Nach den Worten der Rostocker CSD-Vereinsvorsitzenden Jule Esteh hat die große Beteiligung am CSD eindrucksvoll gezeigt, «dass die Queere Community in Mecklenburg-Vorpommern politische Ansprüche hat und noch weitere Schritte in der Gleichstellungspolitik erwartet. Und zwar nicht erst in 20 Jahren, sondern sehr zeitnah», betonte sie und nahm dabei auch Sozialministerin Stefanie Drese (SPD) in die Pflicht. Diese hatte auf der Kundgebung zu Beginn des Aktionstages unter dem Motto «20 Jahre CSD in Rostock - Mehr als bunt, laut und schrill» die Fortschreibung des Landesaktionsplans für die Gleichstellung und Akzeptanz sexueller und geschlechtlicher Vielfalt angekündigt.

«Da gibt es vieles, bei dem wir gemeinsam weiter, das ganze Jahr lang laut, bunt und schrill sein müssen. Wenn wir uns darüber unterhalten, dass Familie überall da ist, wo Menschen füreinander sorgen, dann muss sich das auch in den Gesetzen widerspiegeln», sagte Drese. Trotz jüngster Fortschritte gebe es noch erheblichen Änderungsbedarf. Für die Umsetzung der angestrebten Reformen baue sie auf breite Unterstützung.

Es gelte Vorbehalte, Vorurteile, Anfeindungen und Diskriminierung weiter abzubauen. Mecklenburg-Vorpommern wolle ein Bundesland sein, das den Interessen und Bedürfnissen aller Bürgerinnen und Bürger gerecht werde. «Ein Land für Jungen und Mädchen, Männer und Frauen, für Lesben, Schwule, Bi-, Trans-, Inter- und queere Menschen», erklärte Drese.

Der Christopher-Street-Day geht auf einen Aufstand von Homosexuellen gegen Polizeiwillkür in New York zurück. In Erinnerung daran wird weltweit für die Akzeptanz von sexueller und geschlechtlicher Vielfalt demonstriert. Beim Christopher Street Day Ende Juni in Schwerin waren mehr als 1000 Teilnehmer gezählt worden. Bis in den September hinein soll es in Mecklenburg-Vorpommern weitere CSD-Veranstaltungen geben.

© dpa
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