Polizei bereitet sich auf Lichtenhagen-Demo vor

Die Rostocker Polizei stellt sich mit Blick auf angekündigte Demonstrationen zum 30. Jahrestag der Ausschreitungen von Lichtenhagen auf alle Szenarien ein. Er hoffe nicht, dass es zu Auseinandersetzungen komme. Die Polizei kalkuliere aber auch das ein, sagte Rostocks Polizeichef Achim Segebarth der «Ostsee-Zeitung» (Dienstag). Die reine Teilnehmerzahl sei zunächst nicht das Problem. «Wie sich die Lage entwickelt, wird davon abhängen, wie groß die Gruppe der Störer sein wird – also jener Personen, die Gewalt und Konfrontation suchen. Das können wir noch nicht abschätzen.»
Blick auf eine Stele vor dem Plattenbau Sonnenblumenhaus zum Gedenken an die rassistischen Ausschreitungen. © picture alliance/Stefan Sauer/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

Für den 27. August hat ein Bündnis zu einer Großdemonstration in Rostock-Lichtenhagen aufgerufen. Das Motto lautet «Damals wie heute: Erinnern heißt verändern». Die Polizei habe aber nicht nur diese Veranstaltung im Blick, sondern die ganze Gedenkwoche zum 30. Jahrestag des rassistischen Pogroms. «Natürlich sehen wir auch, wie in den sozialen Netzwerken mobilisiert wird. Angemeldet ist es aber als friedliches Gedenken», so Segebarth.

Auch am kommenden Sonntag ist eine Kundgebung vor dem Rostocker Rathaus geplant; weitere wurden für Schwerin und vor der zentralen Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in Nostorf-Horst angekündigt. Arbeit steht der Rostocker Polizei am Sonntag voraussichtlich auch bei der Fußballfan-Begleitung ins Haus, denn in der Hansestadt treten die Zweitliga-Vereine FC Hansa und FC St. Pauli gegeneinander an.

Viele Gedenkveranstaltungen erinnern kommende Woche an die Tage vom 22. bis 26. August 1992, als im Stadtteil Lichtenhagen Anwohner und Neonazis unter dem Applaus Tausender Schaulustiger die Zentrale Aufnahmestelle für Asylsuchende und ein Wohnheim für vietnamesische Arbeiter angriffen und teils in Brand setzten. Die Polizei bekam die Lage nicht unter Kontrolle. Die Ausschreitungen gelten als die bis dahin schlimmsten rassistischen Übergriffe der deutschen Nachkriegsgeschichte.

© dpa
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