Rostocks neue Oberbürgermeisterin wird Anfang 2023 starten

Das Rostocker Rathaus wird bald erstmals eine Chefin haben. Bis zum Amtsantritt dauert es noch ein paar Wochen. In Schwerin und Rostock müssen durch die Personalie zwei Mandate neu besetzt werden.
Eva-Maria Kröger verfolgt mit ihrem Team die Stimmauszählung bei der Wahl des neuen Oberbürgermeisters. © Bernd Wüstneck/dpa

Nach dem klaren Wahlsieg will Rostocks erste Oberbürgermeisterin Eva-Maria Kröger (Linke) den Dezember zur Vorbereitung und geregelten Übergabe ihrer bisherigen Aufgaben im Landtag nutzen. Sie gehe davon aus, dass sie Anfang des neuen Jahres die Arbeit aufnehmen werde, sagte die bisherige Landtagsabgeordnete der Linken. Aus Schwerin gab es am Montag Glückwünsche. Der Wahlverlierer hatte ihr schon am Wahlabend gratuliert.

Ein genauer Tag für den Amtsantritt steht noch nicht fest. Zunächst müssten die Wahlergebnisse geprüft werden. Das amtliche Endergebnis der Stichwahl will dann der Gemeindewahlausschuss in einer öffentlichen Sitzung am Mittwoch beraten und feststellen. Dies sei dann die Grundlage für die Prüfung durch das Schweriner Innenministerium, hieß es aus dem Rathaus.

Die 40-Jährige setzte sich in der Stichwahl mit einem Vorsprung von fast 17 Prozentpunkten gegenüber ihrem Mitbewerber, dem von CDU/UFR und FDP unterstützten parteilosen Michael Ebert (52), durch. Kröger kam nach dem vorläufigen Ergebnis auf 58,4 Prozent der Stimmen, Ebert auf 41,6 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 36,9 Prozent. Kröger ist bislang Landtagsabgeordnete und Fraktionschefin der Linken in der Rostocker Bürgerschaft.

Ebert, der Chef der Landesbereitschaftspolizei ist, erkannte die Wahlniederlage noch am Wahlabend an: «Natürlich bin ich enttäuscht, aber die Entscheidung der Rostocker und Rostockerinnen muss ich akzeptieren.» Er gratulierte Kröger und wünschte ihr für die kommenden Jahre «Ausdauer, Durchsetzungskraft und Erfolg bei der Umsetzung ihrer Pläne im Sinne der Hansestadt und deren Einwohner».

Notwendig wurde die Wahl, weil der bisherige Amtsinhaber Claus Ruhe Madsen im Juni als Wirtschaftsminister in das Kabinett von Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) nach Schleswig-Holstein wechselte. Das Oberbürgermeister-Amt wird auf sieben Jahre vergeben. Rostock ist mit knapp 210.000 Einwohnern die größte Stadt Mecklenburg-Vorpommerns.

Kröger ist die erste gewählte Oberbürgermeisterin in der langen historischen Reihe der 231 Bürgermeister und Oberbürgermeister in der Stadt. Lediglich Ida Schillen (PDS) war 2004/05 nach dem Rücktritt des damaligen Oberbürgermeisters vorübergehend für sechs Wochen amtierende Oberbürgermeisterin.

Ministerpräsidentin Manuela Schwesig und Innen- und Kommunalminister Christian Pegel (beide SPD) gratulierten Kröger zum Wahlsieg. Sie freue sich sehr auf die Fortsetzung der guten Zusammenarbeit, twitterte Schwesig. Pegel wünschte Kröger für die kommenden sieben Jahre viel Erfolg und gutes Gelingen. In Schwerin regiert seit 2021 eine rot-rote Landesregierung.

Linken-Chef Martin Schirdewan betonte mit Blick auf das Rostocker Ergebnis: «Die Linke hat noch Feuer, die Linke gewinnt Wahlen». Kröger sei «authentisch, klug, aus dem Osten» und lange schon in Rostock politisch aktiv. Das habe die Wählerinnen und Wähler überzeugt. «Wir freuen uns sehr und hoffen, dass diesem Erfolg bald weitere folgen werden», sagte Schirdewan.

Glückwünsche kamen auch von der Schweriner Landtagsfraktion der Linken. «Durch ihr jahrelanges glaubhaftes engagiertes Wirken in der Hansestadt und auf Landesebene hat sie sich bei den Bürgerinnen und Bürgern großes Vertrauen erworben, das sich in dem deutlichen Ergebnis von 58,35 Prozent niedergeschlagen hat», betonte Fraktionschefin Jeannine Rösler.

Mit der Wahl zur Oberbürgermeisterin wird Kröger aus dem Landtag ausscheiden. Als Nachrücker werde voraussichtlich Dirk Bruhn in die Fraktion kommen, sagte Rösler. Bruhn sei ein ausgewiesener Fachmann in Sachen Landwirtschaft. Gegenwärtig sei der 50-Jährige als Wahlkreismitarbeiter beschäftigt und als Bürgermeister der Gemeinde Siedenbrünzow (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) fest in seiner Region verankert.

© dpa
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