Forstämter verkaufen mehr Brennholz als im Vorjahr

Die Angst vor hohen Energiekosten und möglicherweise kalten Stuben hat die Nachfrage nach Brennholz rasant steigen lassen. Damit klettern auch die Preise. Die staatlichen Forstämter wollen laut Minister Backhaus aber die Preise stabil halten.
Entrindete Baumstämme liegen auf dem Rundholzplatz auf dem Gelände eines Sägewerks. © Philipp von Ditfurth/dpa/Illustration

Die Preisanstiege bei Gas und Strom rücken Holz als Brennstoff wieder mehr in den Fokus. Die gewachsene Nachfrage bekomme auch die Landesforstanstalt Mecklenburg-Vorpommern zu spüren, teilte das Agrarministerium am Freitag mit. Schon vor Beginn der Heizsaison liege die in diesem Jahr verkaufte Brennholzmenge um acht Prozent über dem Wert des gesamten Jahres 2021. Rund 42 Prozent der Wälder in Mecklenburg-Vorpommern sind in Landeseigentum.

Die Nachfrage habe Auswirkungen auf die Verkaufspreise. Für selbst geschlagenes Brennholz würden in den Forstämtern mit derzeit 14 Euro je Raummeter elf Prozent mehr verlangt als im Vorjahr. Für aufgearbeitetes Brennholz müssten Privatkunden mindestens 40 Euro je Raummeter bezahlen. Im Handel wird das Drei- bis Vierfache verlangt.

«Wir rechnen damit, dass die Nachfrage nach Brennholz in den vor uns liegenden Herbst- und Wintermonaten weiter zunehmen wird. Darauf bereiten wir uns entsprechend vor», sagte Agrarminister Till Backhaus. In den Forstämtern könne regional Holz für den Eigenbedarf erworben werden. Zudem sei es Privatverbrauchern weiter möglich, nach Zuweisung selbst Brennholz im Wald einzuschlagen.

Für langjährige Kleinkunden solle «ein stabiles Preisniveau aufrechterhalten» werden, sagte Backhaus. Voraussetzung sei aber, dass das Brennholz tatsächlich in die Eigenverwendung gehe. Notwendige Lagerzeiten eingerechnet, könne das frische Holz ohnehin erst in ein bis zwei Jahren verbrannt werden.

Bundesweit waren als Reaktion auf die angespannte Gasversorgung die Preise geradezu explodiert. Im August waren Brennholz und Holzpellets nach Erhebungen des Statistischen Bundesamtes im Durchschnitt knapp 86 Prozent teurer als ein Jahr zuvor. Die Energiepreise und die Angst vor einer kalten Heizung führten in den vergangenen Monaten zu einer Rekordnachfrage nach Pelletheizungen und dem dazugehörigen Brennstoff. Öfen und Brennholz sind ebenfalls äußerst gefragt.

Dem Deutschem Pelletinstitut zufolge kostete eine Tonne im September durchschnittlich 763,76 Euro. Das waren 222 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Der Brennholzpreis bei seriösen Händlern liege im Schnitt bei etwa 150 Euro pro Schüttraummeter, hieß es vom Bundesverband Brennholzhandel.

© dpa
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