Mann im Streit getötet: Angeklagter gesteht Messerattacke

Feuerwehrleute finden nach einem Brandalarm einen Toten in Neustrelitz. Im Prozess hat ein Ex-Arbeitskollege nun gestanden, den Mann nach Umtrunk und Streit erstochen zu haben. Einen Grund nennt er nicht.
Ein Blaulicht leuchtet auf dem Dach eines Einsatzfahrzeugs der Feuerwehr. © Robert Michael/dpa-Zentralbild/ZB/Symbolbild

Im Prozess um den gewaltsamen Tod eines Mannes in Neustrelitz (Mecklenburgische Seenplatte) hat der Angeklagte ein Geständnis abgelegt. «Ich bin mit dem Messer aus der Küche auf ihn zugegangen und habe zugestochen», sagte der 39-Jährige am Dienstag vor dem Landgericht Neubrandenburg. Einen wirklichen Grund dafür könne er nicht nennen. Das Opfer, ein ehemaliger Arbeitskollege des Angeklagten, verblutete im Juni 2022 an einer tiefen Halswunde. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann, der damals bei dem Opfer gewohnt und mit ihm Alkohol getrunken hatte, Totschlag und schwere Brandstiftung vor.

Der Angeklagte sagte außerdem, dass er sich vorher mit dem 60-Jährigen darüber gestritten habe, dass er wieder ausziehe. Der Ältere hatte den wohnungslosen 39-Jährigen im Frühjahr bei sich aufgenommen, als dieser bei seiner Freundin rausgeworfen worden war. Er habe ihn nicht gehen lassen wollen, sagte der 39-Jährige.

Der Angeklagte wusch nach eigenen Angaben nach der Attacke in der Küche das Messer mit langer Klinge ab und packte seine Sachen. Danach habe er den Ex-Arbeitskollegen «im Wohnzimmer beerdigt.» Feuerwehrleute fanden den Toten liegend mit einer Decke zugedeckt auf der Couch und darauf eine künstliche Blume gelegt.

Nach der Tat hatte der 39-Jährige ein Handtuch in der Küche in Brand gesetzt und war gegangen. Eine Isolierung eines Kühlschrankes fing Feuer. Es qualmte so sehr, dass ein Brandmelder anschlug. Das Feuer war aber erloschen, als die Feuerwehr anrückte. Die Einsatzkräfte lüfteten, fanden den Toten und holten die Polizei. Der Angeklagte wurde kurze Zeit später im Stadtgebiet von Neustrelitz gefasst.

Der Prozess wird am 29. November fortgesetzt. Eine Psychologin begutachtet den Angeklagten und soll einschätzen, inwieweit er zur Tatzeit schuldfähig war. Ein Urteil soll Anfang Dezember fallen.

© dpa
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