Besetzung von Greifswalder Kraftwerk: Geldstrafe gegen Frau

Nach der Besetzung eines Blockheizkraftwerkes in Greifswald im vergangenen Jahr ist am Mittwoch vor dem Amtsgericht Greifswald gegen eine Beteiligte eine Geldstrafe verhängt worden. Die 24-Jährige solle innerhalb von drei Monaten 150 Euro an die Greifswalder Succow Stiftung zahlen, sagte eine Sprecherin des Gerichts. Die Verfahren gegen zwei Männer - einen 22- und einen 24-Jährigen - seien wegen Verfahrensfragen eingestellt worden.
Eine Figur der blinden Justitia. © Sonja Wurtscheid/dpa/Symbolbild

Den drei Angeklagten sei Hausfriedensbruch beziehungsweise Beihilfe zum Hausfriedensbruch durch Besetzung des umzäunten Geländes des Kraftwerks vorgeworfen worden. Die Staatsanwaltschaft habe im April dieses Jahres Strafbefehle erlassen, die die Zahlung von Geldstrafen jeweils zwischen 75 und 150 Euro vorgesehen hätten. Alle drei hätten Einspruch eingelegt. Sie äußerten sich laut Gerichtssprecherin am Mittwoch nicht zum Tatvorwurf.

Im September vergangenen Jahres hatte eine Gruppe Umweltaktivisten zum Teil mit gewagten Kletteraktionen für mehrere Stunden die Abschaltung des Blockheizkraftwerkes erzwungen. Einige der Aktivisten waren auf ein Vordach und auf einen rund 30 Meter hohen Schornstein geklettert. Die Aktivisten beendeten erst nach mehreren Stunden und Vermittlungsgesprächen ihre Aktion. Nach früheren Polizeiangaben handelte es sich um sechs Menschen.

Der Protest richtete sich gegen die Verwendung fossiler Brennstoffe. Auf einem großen blauen Transparent stand «Gas is over» (in etwa: Die Zeit des Gases ist vorbei). 450 Haushalte und 25 Unternehmen wurden zeitweilig von der Warmwasserversorgung abgeschnitten.

Bei den beiden männlichen Angeklagten konnte laut Gerichtssprecherin wegen mehrerer Beteiligter nicht festgestellt werden, ob sich der Strafantrag der Stadtwerke gegen sie persönlich gerichtet habe.

Die Stadt Greifswald hatte erwogen, den Besetzern etwa den Feuerwehreinsatz in Rechnung zu stellen. Das sei bisher noch nicht passiert, teilte nun eine Sprecherin der Stadt mit. Man habe das Urteil abwarten wollen. Die Succow Stiftung engagiert sich unter anderem für Moor- und Klimaschutz.

© dpa
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