Ärzte an Unimedizin Rostock stellen Überlastungsanzeige

Eine Überlastungsanzeige von Ärzten der Kinder- und Jugendklinik der Universitätsmedizin Rostock sorgt für Wirbel im politischen Schwerin. Die CDU-Gesundheitspolitikerin Katy Hoffmeister forderte am Mittwoch, die für die Unimedizin zuständige Hochschulministerin Bettina Martin (SPD) müsse dringend erklären, warum nach mehr als einem Jahr die Situation an der Kinder- und Jugendklinik in Rostock weiterhin ungelöst und die Versorgungssicherheit der Jüngsten «offenkundig dramatisch gefährdet» sei.
Ein Hinweisschild mit der Aufschrift «Krankenhaus» weist den Weg zur Klinik. © Marcus Brandt/dpa/Symbolbild

Ärztinnen und Ärzte hatten am 23. August geschrieben, dass nach ihrem Wissen zum 1. Oktober bei nur einer geplanten Neueinstellung sechs Fachärztinnen und -ärzte «in einer ohnehin massiv angespannten Personalsituation» die Kinder- und Jugendklinik verlassen würden. Als verbleibende pädiatrische Fachärztinnen und Fachärzte schätzten sie die Lage so ein, dass die zu erbringenden Leistungen mit dem vorhandenen Personal nicht mehr gewährleistet werden könnten.

Hoffmeister warf der Hochschulministerin Martin Nichtstun vor. Schon seit längerem gab es Probleme an der Unimedizin Rostock. Ein Untersuchungsausschuss des Landtags befasst sich damit. Im Sommer 2021 trennte sich das Land vorfristig von Vorstandschef Christian Schmidt - als Grund wurde ein Vertrauensverlust angegeben. Am 1. Oktober übernimmt die Anästhesistin und Betriebswirtin Christiane Stehle den Posten.

Martins Ministerium wies die Vorwürfe der CDU-Landtagsabgeordneten Hoffmeister als haltlos zurück. Am Zentrum für Kinderheilkunde seien auf Vollzeitbasis berechnet unter dem Strich 32 ärztliche Stellen vorhanden, wovon aktuell alle besetzt seien, erklärte ein Ministeriumssprecher. Bedingt durch Elternzeit und Beschäftigungsverbote etwa wegen Schwangerschaft seien derzeit tatsächlich 25,9 Stellen für die ärztliche Versorgung tätig. Dies sei im Vergleich zum Herbst 2021 eine deutliche Verbesserung - damals waren unter dem Strich nur 20,5 Stellen besetzt. Ab Mitte Dezember 2022 kehren laut Ministerium zudem fünf Ärztinnen und Ärzte aus Elternzeit beziehungsweise Beschäftigungsverbot schrittweise in den Dienst zurück.

Außerdem sei das Stellenbudget nach oben offen. Vorstand und Aufsichtsrat hätten keine Grenze für Einstellungen von Ärztinnen und Ärzten an der Kinder- und Jugendklinik der Unimedizin Rostock gesetzt. «Das bedeutet: Auch wenn alle 32 Stellen besetzt sind, werden weitere Bewerbungen geprüft und Kinderärztinnen und -ärzte eingestellt», erläuterte der Sprecher.

© dpa
Weitere News
Top News
Fußball news
Bundesliga: Hertha-Rückendeckung für Schwarz - Weber beerbt Bobic
People news
Niederländisches Königshaus : Oranje-Prinzessin Amalia in der Karibik
Musik news
Rockband: 50 Jahre Kiss: Am Anfang kamen nur zehn Zuschauer
Tv & kino
Featured: Amy Winehouse-Biopic: Was wir bisher über Back To Black wissen
Das beste netz deutschlands
Featured: DeepL Write: So nutzt Du die KI-Schreibhilfe für Texte
Das beste netz deutschlands
Featured: Chat GPT: So nutzt Du den KI-Bot von OpenAI
Internet news & surftipps
Extremismus: SPD-Abgeordneter für 14-Tage-Speicherpflicht für IP-Adressen
Reise
Flüge verspätet und gestrichen: Streik am Düsseldorfer Airport: Diese Rechte haben Reisende
Empfehlungen der Redaktion
Regional mecklenburg vorpommern
Landtag: Schlagabtausch um Fachkräftemangel an Unimedizin Rostock
Gesundheit
Krankenversicherung: Gallenblasenentfernung: Ab 2023 Anspruch auf Zweitmeinung
Regional baden württemberg
Justiz: Telemedizin wird Standardangebot in Südwest-Gefängnissen
Regional mecklenburg vorpommern
Landtag Mecklenburg-Vorpommern: Untersuchungsausschuss zu Unikliniken plant erste Anhörungen
Regional bayern
Gesundheit: Ärzteprotest in Bayern gegen Sparpläne aus Berlin
Regional berlin & brandenburg
Finanzen: Viele Berliner Arztpraxen am 7. September geschlossen
Regional sachsen anhalt
Gesundheit: Weniger berufstätige Ärzte in Sachsen-Anhalt
Regional niedersachsen & bremen
Auslastung: Ärzte arbeiten in Infektwelle «am Limit»