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«Pakt für Pflege» soll für Besserungen in der Pflege sorgen

Seit Wochen demonstrieren Pflegekräfte in Mecklenburg-Vorpommern für Verbesserungen in ihrer Branche. Am Freitag trugen sie ihren Protest vor das Sozialministerium in Schwerin. Dort tagte der Pflegeausschuss und der verabredete einen Pakt.
Protestaktion des Bündnisses
Das Bündnis «Pflege in Not» protestiert. © Jens Büttner/dpa

Das Bündnis «Pflege in Not» hat am Freitag in Schwerin erneut für bessere Arbeitsbedingungen und eine sachgerechte Bezahlung in der Pflege demonstriert. Etwa 100 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zogen vor das Sozialministerium, um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen. Sozialministerin Stefanie Drese (SPD) riefen sie dazu auf, die bevorstehenden Vergütungsverhandlungen zwischen Pflegeverbänden und Krankenkassen mitzubegleiten.

«60 bis 70 Prozent unserer Arbeit sind Krankenkassenleistungen. Wenn die Vergütung dafür nicht stimmt, wird es auch nichts mit tarifgerechter Entlohnung der Beschäftigten», sagte Jessica Mendle vom Verein für Intensivpflege MV. Kassen und Pflegedienste im Nordosten hatten sich zuletzt nur mit Hilfe eines Schlichters auf einen Ausgleich der höheren Kosten durch die seit September 2022 vorgeschriebenen Tarifgehälter verständigen können.

Anlass für die neuerliche Protestaktion war nach Angaben der Initiatoren die Tagung des Landespflegeausschusses in Schwerin. Für das turnusmäßige Treffen des Gremiums hatte Drese angekündigt, in Mecklenburg-Vorpommern einen «Pakt für Pflege» auf den Weg bringen zu wollen. Mendle forderte, auch Praktiker in dieses Bündnis einzubeziehen, um Lösungen zu finden, die auch im Berufsalltag Bestand haben.

Drese versicherte, dass künftig alle im Pflegebereich tätigen Akteure gemeinsam an Lösungen arbeiten würden. «Ich bin dankbar, dass alle Beteiligten dem Bündnis beitreten und ihre Expertise einbringen wollen», sagte sie nach der Sitzung des Ausschusses. Probleme würden klar benannt und Stück für Stück abgearbeitet. Um die Pflege auch in der Zukunft gut aufzustellen, müsse der Pakt aber Prioritäten setzen.

Eines von sechs Kernthemen sei das Personal in der professionellen Pflege. «Die Arbeitsbedingungen müssen weiter optimiert werden. Sie müssen zu den Menschen passen. Es muss möglich sein, die Familie und den Beruf zu vereinbaren», erklärte Drese. Attraktive Arbeitsplätze könnten auch dazu führen, dass ehemalige Pflegekräfte zurück in ihren alten Beruf kommen. Auch die Integration ausländischer Arbeitskräfte müsse besser gefördert werden.

Zudem sollten Daten der Kranken- und Pflegekassen dazu genutzt werden, um die Bedarfe in den Regionen genau zu ermitteln und die Planungen danach auszurichten. Erforderlich sei auch, den Fokus stärker auf Demenzerkrankungen zu legen. «Die Zahl der Demenzfälle wird in den kommenden Jahren in Folge der demografischen Entwicklung weiter steigen. Die Beratungs- und Versorgungsangebote müssen Demenz daher stärker berücksichtigen», sagte Drese. Neue Ansätze und Konzepte seien auch nötig, um die häusliche Pflege besser organisieren zu können. Etwa die Hälfte der Pflegebedürftigen im Land hätten keine Unterstützung durch professionelle Dienste und Einrichtungen.

Die Zahl der Pflegebedürftigen in Mecklenburg-Vorpommern ist binnen zweier Jahre um ein Fünftel gestiegen. Ende 2021 bezogen laut Statistischem Landesamt 122.866 Menschen im Nordosten Leistungen aus der Pflegeversicherung, 20.000 mehr als Ende 2019. Etwa 33.500 Betroffenen erhielten zu Hause Hilfen durch ambulante Pflegedienste, knapp 20.000 werden in Heimen betreut. Mit der Zahl der Pflegebedürftigen stieg die Zahl der Beschäftigten in der Pflege. Ende 2021 arbeiteten dem Statistik-Amt zufolge 17.815 Menschen in der Branche, fünf Prozent mehr als zwei Jahre zuvor. Frauen dominieren mit 84,4 Prozent.

© dpa
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