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Ostsee-Windpark Arcadis Ost 1 vor Rügen komplett am Netz

Vor Rügen ist ein weiterer Windpark komplett am Netz. Eine zwischenzeitliche Durststrecke beim Offshore-Ausbau ist der zuständigen Firma zufolge überwunden. Dafür gibt es ein anderes Problem.
Ostsee-Windpark Arcadis Ost 1
Offshore-Windkraftanlagen stehen im Ostsee-Windpark Arcadis Ost 1 vor der Insel Rügen in der Ostsee. © Stefan Sauer/dpa

Vor Rügen ist ein weiterer Windpark komplett am Netz. Alle 27 Windkraftanlagen von Arcadis Ost 1 lieferten seit Anfang Dezember Strom, sagte Manfred Dittmer, Deutschland-Chef des belgischen Energieunternehmens Parkwind, der Deutschen Presse-Agentur. Nach Unternehmensangaben hat der Windpark eine Leistung von 257 Megawatt und kann rechnerisch bis zu 290.000 Haushalte versorgen. Anfang des Jahres war der Park bereits teilweise ans Netz gegangen.

Im Juni 2022 war das erste Fundament für den Windpark in der Ostsee installiert worden. Mitte November dieses Jahres hatte Parkwind die Installation der letzten Turbinen bekanntgegeben.

Der Bau war nach Aussage Dittmers eine technische Herausforderung. «Zusätzlich zu den 45 Metern Wassertiefe kam noch eine an einigen Stellen bis zu 30 Meter mächtige Schicht von nicht tragfähigem Schlamm und Schlick.» Daher habe man nicht wie üblich Schiffe genutzt, die sich fest mit dem Meeresgrund verbinden. Stattdessen handelt es sich laut Parkwind um den weltweit ersten Windpark, der nur mittels freischwimmender Kräne gebaut wurde. Unter anderem kam der zweitgrößte Schwimmkran der Welt zum Einsatz. Allein die röhrenförmigen Fundamente seien bis zu 110 Meter lang und etwa 2000 Tonnen schwer.

«Ich hätte mir gewünscht, dass wir auch den Installationshafen auf der Insel Rügen zum Beispiel hätten haben können», sagte Dittmer. Dort habe es aber nicht genug Platz gegeben. «Wir mussten daher auf die Insel Bornholm ausweichen, was ich persönlich schade fand.» Die Wartung des Windparks soll hingegen von Mukran auf Rügen erfolgen. Dittmer unterstützt nach eigenen Worten einen Appell der Windkraft-Branche, für ausreichend deutsche Hafeninfrastruktur zu sorgen.

Die Stiftung Offshore-Windenergie hatte Anfang der Woche eine Analyse veröffentlicht, nach der bis zu 200 Hektar zusätzliche schwerlastfähige Flächen für den Neubau von Offshore-Windparks bis 2029 in den deutschen Seehäfen gebraucht wird. Das entspricht den einem Parkplatz mit 260.000 Autos oder 270 Fußballfeldern. Investitionen im Milliardenbereich würden gebraucht. Angesichts ambitionierter Ausbauziele bei der Windkraft auf See ist von einem großen Mangel an Hafenkapazitäten die Rede.

Der sogenannte Fadenriss - eine Unterbrechung des Offshore-Ausbaus, nachdem eine frühere Bundesregierung diesen teils infrage gestellt hatte - ist nach Einschätzung Dittmers überwunden. Offshore-Windkraft entwickele sich zum Rückgrat der Energiewende. Ein Vorteil sei die größere Energieausbeute verglichen mit Solarenergie oder Windkraft an Land. Auch die Vorhersehbarkeit des Windertrags sei auf See wesentlich besser. Von «Kraftwerkseigenschaften von Offshore-Wind» sprach Dittmer. «Die Volatilität ist zwar nicht ganz weg, aber sie ist weniger als onshore, und sie ist berechenbarer.»

Nach Angaben der Stiftung Offshore-Windenergie sind mehr als 1,3 Gigawatt (GW) Leistung in der deutschen Ostsee installiert. Im kommenden Jahr soll ebenfalls vor Rügen der Windpark Baltic Eagle des Energieunternehmens Iberdrola mit 476 Megawatt in Betrieb gehen. Weitere Windparks in der Ostsee sind geplant.

Einschließlich der Nordsee soll nach dem Willen der Bundesregierung die Windkraft auf See bis 2030 auf eine Kapazität von 30 GW und bis 2045 auf 70 GW ausgebaut werden. Das entspricht einem Zubau von 62 GW innerhalb der kommenden 22 Jahre und benötigt nach Branchenangaben bis zu 7000 neue Offshore-Windanlagen.

© dpa
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