Apfelsaison eröffnet: Experten erwarten Durchschnittsernte

Auf knapp 1700 Hektar werden in MV Äpfel angebaut. Zwei Drittel der Fläche wird ökologisch bewirtschaftet. Nach einer Super-Apfelblüte im Frühjahr wird trotzdem nur eine durchschnittliche Ernte erwartet. Grund ist die Sommer-Trockenheit.
Äpfel der Sorte Elstar schwimmen in einer Wasserstraße. © Felix Kästle/dpa/Symbolbild

Die Apfelernte in Mecklenburg-Vorpommern ist eröffnet. Agrarminister Till Backhaus (SPD) gab am Freitag auf dem Bio-Obsthof Sternberg in Gutow bei Güstrow (Landkreis Rostock) den offiziellen Startschuss. Erwartet werde im Nordosten eine durchschnittliche Ernte von 33.000 bis 35.000 Tonnen, sagte er. Bundesweit hingegen erwarteten die Apfelbauern gut eine Million Tonnen und damit acht Prozent mehr als im zehnjährigen Schnitt.

Grund für die nicht ganz so optimistische Ernteerwartung in Mecklenburg-Vorpommern sei die ausgeprägte Trockenheit in diesem Sommer, sagte Obstbauberater Rolf Hornig der Deutschen Presse-Agentur. Fehle Regen, würden die Früchte weniger groß. Und jeder Millimeter Durchmesser weniger bedeute eine Ertragseinbuße von drei Prozent. Sollte es noch regnen, könne die Ernte ein bisschen besser ausfallen als bisher angenommen.

Das Apfeljahr begann Backhaus zufolge gut. «Die Obstblüte war stark und Frostnächte gab es zur Vollblüte keine», sagte er. Wiederholte Hitzewellen und intensive Sonneneinstrahlung machten später allerdings dem Fruchtgrößenwachstum und der Fruchtqualität zu schaffen. «Seit den Rekordhitzetagen um den 20. Juli sind landesweit im bisher nicht gekannten Ausmaß Sonnenbrandschäden an den Früchten festzustellen.»

Hornig erklärte, dass bei Sonnenbrand dunkle Flecken auf den der Sonne zugewandten Früchten entstehen, die im besten Falle verschorfen. Diese Äpfel seien nicht mehr als Tafelware verkäuflich, sagte er. Allerdings produzieren Mecklenburg-Vorpommerns Apfelbauern den Angaben zufolge ohnehin zu 85 Prozent für Verarbeiter, wie Mushersteller, Saft- und Trockenobstproduzenten.

Backhaus zufolge schauen die Apfelbauern sorgenvoll in die kommende Saison, da der Apfelkonsum in Deutschland seit Monaten hinter den Erwartungen zurückbleibe. Die Verbraucher kauften aufgrund des schwierigen wirtschaftlichen Umfeldes zögerlicher ein. Der Minister appellierte an die Menschen, Obst aus regionalem Anbau zu kaufen. Es sei nicht nötig, zu Äpfeln aus Neuseeland oder Chile zu greifen. Angesichts des Klimawandels seien solch lange Lieferwege auch alles andere als geboten.

Äpfel wachsen den Angaben zufolge in Mecklenburg-Vorpommern auf 1686 Hektar und sind damit das wichtigste Obst im Nordosten. Ökologisch bewirtschaftet würden davon 1112 Hektar.

© dpa
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