Mehr Wölfe: Schafhalter fordern Hilfe und einfachere Regeln

29.04.2022 Im Nordosten ist die Zahl der Wolfsrudel stark gestiegen. Schaf- und andere Weidetierhalter sehen sich mit immer höheren Kosten konfrontiert. Einfache Regeln, um Raubtiere nach wiederholten Attacken zu töten, fehlen, beklagt der Verband.

Ein Schaf trägt bei einer Protestaktion ein Schild mit der Aufschrift «Ich bin kein Wolffutter!». © Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

Die Schafhalter in Mecklenburg-Vorpommern fordern angesichts weiter gestiegener Wolfszahlen mehr Unterstützung und praktikablere Regelungen, um Wölfe nach Nutztierattacken auch schießen zu können. «Die bisherigen Regelungen, darunter auch der 2021 eingeführte Praxisleitfaden im Nordosten, sind eher dazu geeignet, eine Entnahme zu verhindern», sagte die Vorsitzende des Landesschaf- und -ziegenzuchtverbandes MV (Karow) Susanne Petersen der Deutschen Presse-Agentur. Schäferinnen und Schäfer müssten von ihrer Arbeit auch leben können. Das werde mit immer mehr Wölfen zunehmend schwerer.

An diesem Samstag wollen Schaf-, Rinder- und andere Weidetierhalter in Berlin gegen die bisherige Politik von Ländern, Bund und EU protestieren. Der Naturschutzbund Deutschland hat den 30. April zu einem «Tag des Wolfes» erklärt.

«Die Tierhalter akzeptieren den Artenschutz und auch die Rückkehr der Wölfe», sagte Petersen. Wölfe gelten in der EU als streng geschützt. Doch eine «Koexistenz» bedeute auch, dass nicht nur eine Seite die Auswirkungen der Rückkehr zu tragen habe.

Nach Angaben des Schweriner Umweltministeriums haben sich mindestens fünf neue Wolfsrudel gebildet. Damit gebe es landesweit 16 Rudel - jeweils mit etwa acht bis zehn Tieren, wie Experten schätzen - sowie einige Wolfspaare und weitere Einzeltiere. Die neuen Wolfsrudel wurden im Nordosten bei Vellahn und Parchim (Ludwigslust-Parchim), nahe Barth und Greifswald in Vorpommern sowie bei Feldberger Hütte (Mecklenburgische Seenplatte) gemeldet. Drei weitere neue Rudel werden zudem in der Leppiner Heide bei Mirow, in der Schwinzer Heide und bei Franzburg vermutet.

«Wir unternehmen alles, um unsere Tiere zu schützen, müssen aber feststellen, dass wir uns in einer Aufrüstungsspirale befinden», sagte Petersen. Hundertprozentiger Herdenschutz sei nicht möglich.

Im Nordosten wurden nach einer Statistik des Landes bis Anfang Februar mehr als 50 Schafe und andere Nutztiere bei mutmaßlichen Wolfsattacken getötet und verletzt. Die Zahl lag ähnlich hoch wie in den Vorjahreszeiträumen. 2021 waren knapp 60 Wolfsrisse mit etwa 230 getöteten und verletzten Nutztieren in MV aufgenommen worden. Fachleute rechnen ohne jagdliche Regulierung mit jährlich einem Drittel mehr Wölfen.

© dpa

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