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Noch rund 30.000 Anträge auf Stasi-Akten-Einsicht pro Jahr

Mehr als 100 Regalkilometer Akten hat die frühere DDR-Staatssicherheit der Nachwelt hinterlassen. Speziell eine Aufgabe könnte noch Generationen beschäftigen - wenn kein Durchbruch gelingt.
Stasi-Unterlagen-Archiv
Blick auf ein Hinweisschild am Eingang zur Außenstelle des Bundesarchivs in Leipzig. © Hendrik Schmidt/dpa

Mehr als drei Jahrzehnte nach der Deutschen Einheit werden jährlich immer noch rund 30.000 Anträge auf Einsicht in Stasi-Akten gestellt. Dies geht aus einem am Freitag veröffentlichten Bericht des Bundesarchivs hervor, das die historischen Akten des früheren DDR-Ministeriums für Staatssicherheit 2021 übernahm. Interesse haben demnach Bürger, Medien und Forschende.

Rund 111 Regalkilometer Stasi-Akten waren 1990 vor der Vernichtung bewahrt worden. Sie geben unter anderem darüber Auskunft, wer zu DDR-Zeiten bespitzelt wurde und wer Zuträger des Geheimdiensts war. Vor allem kurz nach der deutschen Vereinigung war das ein Riesenthema. Insgesamt wurden laut Bundesarchiv bisher 7,5 Millionen Anträge auf Akteneinsicht gestellt.

Ein Problemfall sind die Millionen Aktenseiten, die Stasi-Mitarbeiter nach der friedlichen Revolution in der DDR zerrissen hatten. Die Schnipsel füllten insgesamt 15.400 Säcke. Das Fraunhofer Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik sollte eine Software entwickeln, um die Fetzen zumindest virtuell schnell und preiswert zusammenzusetzen. Doch das funktionierte nicht richtig, wie es im Bericht heißt. Nun sucht der Bund neue Anbieter für das Projekt.

Derweil wurden laut Tätigkeitsbericht 1,71 Millionen Seiten «händisch rekonstruiert», also von Menschen wieder zusammengesetzt. Im Zeitraum von Mitte 2021 bis Mitte 2023 gelang dies bei 37.000 Blatt. Damit sind Schnipsel aus 600 «Behältnissen» abgearbeitet, wie es im Bericht weiter heißt.

Vor 2021 waren die Bestände in einer eigenen Bundesbehörde. Das Stasi-Unterlagen-Archiv befindet sich immer noch am Standort des früheren Ministeriums für Staatssicherheit in Berlin-Lichtenberg.

© dpa
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