Massenhaft Pilze nach Regenfällen: Sorten verbreiten sich

Der trockene Sommer hat den Pilzen in Wald und Flur nicht geschadet. Wo es jetzt regnet, sprießen wenig später Pilze - und Sammler werden fündig. Kiloweise würden mancherorts Steinpilze aus dem Wald geholt, berichtet der Landespilzsachverständige Oliver Duty.
Die «Falsche Rotkappe» ist eine aus Nordamerika eingeschleppte Art. © Silke Nauschütz/dpa/Archivbild

Trotz des sehr trockenen Sommers verspricht der Pilzherbst 2022 ein reicher zu werden - zumindest dort, wo es nun ordentlich regnet. «Es gibt in Mecklenburg-Vorpommern Regionen, in denen schon vor zwei Wochen massenhaft Steinpilze gefunden worden sind», sagte der Landespilzsachverständige Oliver Duty der Deutschen Presse-Agentur. Zehn Kilometer weiter, wo es nicht geregnet habe, sei dann aber auch nichts. «Es ist lokal sehr unterschiedlich.»

Nach den ersten ergiebigen Regenfällen sollten Pilzsammler ein bis zwei Wochen warten, ehe sie losziehen, rät der Sachverständige. Wenn der Boden so trocken sei wie nach diesem Sommer, brauche es eine gewisse Zeit, bis das Wasser ankomme. Da reiche ein Schauer nicht. «Wo aber richtig was runtergekommen ist, da steht der Wald voll.»

Der Landespilzsachverständige berichtete auch von Neulingen unter den Pilzen im Wald. Dazu zähle die Falsche Rotkappe, die aus den USA möglicherweise mit Nadelbaum-Importen nach Europa gelangt sei und nun von den baltischen Staaten her einwandere. Erstmals sei die Falsche Rotkappe, die essbar sei, in MV vor ein paar Jahren auf Rügen gefunden worden. Im vergangenen Jahr habe es Funde bei Rostock und nahe Grabow im Landkreis Ludwigslust-Parchim gegeben. «In Brandenburg kommt dieser Pilz schon massenhaft vor.» Im Unterschied zur herkömmlichen Rotkappe sei der Stiel der Falschen Rotkappe stark gefurcht. Die Verbreitung erfolge über Sporen, die der Wind weitertrage.

Mit dem Klimawandel rechne er auch mit dem Auftauchen neuer, wärmeliebender Pilzarten in Mecklenburg-Vorpommern, sagte Duty. Darunter könnten auch giftige sein, warnte er. Pilzsammlern riet er, nur Pilze zu sammeln, die sie wirklich gut kennen würden. Bei Zweifeln sollten die Funde in einen Extra-Korb gelegt und einem der landesweit rund 40 Pilzberater gezeigt werden.

Am kommenden Wochenende (24./25. September) gibt es auch die Landespilzausstellung im Botanischen Garten Rostock. Dort seien auch Pilzberater vor Ort. Eine Liste der Pilzberater in den Regionen gibt es im Internet auf der Seite des Landesamtes für Gesundheit und Soziales (Lagus).

© dpa
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