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MV-Küste vor Sturmflut - Boote gut vertäuen, Autos umparken

An der Ostseeküste wird es stürmisch. Die Behörden stellen sich auf Hochwasser ein. In Wismar wurden bereits Sandsäcke verlegt und in den Marinas Jachten und Boote extra gesichert.
Ostseeküste bei Rostock
Das Fährschiff «Berlin» der Reederei Scandlines fährt über die Ostsee Richtung Dänemark. © Jens Büttner/dpa

Viele Städte an Mecklenburg-Vorpommerns Ostseeküste sind wegen einer vorhergesagten Sturmflut mit Hochwassergefahr in erhöhter Wachbereitschaft. Die Wasserschutzpolizei mahnte am Donnerstag Freizeitskipper, ihre Boote zu sichern. Im Hafengebiet von Stralsund wurden Hochwasserwarnschilder in Gefährdungsgebieten aufgestellt. Reedereien stellen auf einigen Linien den Betrieb teilweise oder ganz ein. Der Deutsche Wetterdienst warnte vor Orkanböen an der Ostsee.

In Greifswald wurde nach Angaben der dortigen Feuerwehr bereits am Mittag das Mittelsegment des Sperrwerks geschlossen. Nach einer Besichtigung im Stadtteil Wieck sei die Lage noch als entspannt eingeschätzt worden, so dass die beiden Seitensegmente zunächst geöffnet bleiben könnten. Am Nachmittag sei ein Wasserstand von 5,95 Metern gemessen worden und damit 90 Zentimeter über Normal. Den Prognosen zufolge müsse mit einem deutlich höheren Pegelstand gerechnet werden, hieß es. Der Maximalstand werde allerdings erst in der Nacht zum Samstag erwartet.

Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) sagt für Freitag für die gesamte Küstenlinie westlich Rügens einen Wasserstand von bis zu 130 Zentimetern über dem mittleren Wasserstand vorher. Für den Bereich östlich von Rügen liegt die Prognose nach den Angaben von Donnerstagvormittag bei maximal 120 Zentimetern und für das Kleine Haff bei bis zu 100 Zentimetern.

Für den Rostocker Küstenbereich, der zum Abschnitt westlich von Rügen gehört, werden Wasserstände bis 130 Zentimeter über dem mittleren Wasserstand prognostiziert. Die Stadt machte darauf aufmerksam, dass Schiffe und Boote ausreichend gesichert sein sollten und parkende Fahrzeuge aus überschwemmungsgefährdeten Bereichen entfernt werden sollten.

Der Landkreis Vorpommern-Greifswald bat die Bürgerinnen und Bürger am Donnerstag um erhöhte Wachsamkeit. Auch die Stadt Wismar warnte Anwohner im Hafengebiet. Bei Hochwasserlagen werden dort meist Kreuzungen und Straßen überflutet. Uferbereiche in der Nähe des Stadthafens wurden bereits mit Sandsäcken verstärkt. In Stralsund wurden vorsorglich Verkehrsschilder mit Hochwasserwarnung aufgestellt.

Wegen der Sturmflutwarnung fallen auf der Linie Rostock-Gedser der Fährreederei Scandlines am Donnerstagabend und Freitag zahlreiche Abfahrten aus. In Rostock sind am Donnerstag die Abfahrten um 20.15 Uhr und 22.30 Uhr betroffen. Für Freitag wurden insgesamt neun Abfahrten zwischen 4.15 Uhr und 22.30 Uhr und für Samstag die Abfahrt um 0.45 Uhr abgesagt. Von Gedser (Dänemark) aus sind am Donnerstagabend zwei, am Freitag ebenfalls neun und am Samstagfrüh eine Abfahrt betroffen. Der reguläre Fahrplan werde voraussichtlich am Samstagfrüh wieder aufgenommen.

Aufgrund der aktuellen Wetterlage stellt auch die Reederei Hiddensee am Freitag den gesamten Fährbetrieb ein, wie das Unternehmen mitteilte.

Wegen Sturms und Hochwassers lösten sich in Stahlbrode am Strelasund mehrere Sportboote an ihrem Liegeplatz. Dadurch seien diese und Nachbarboote erheblich beschädigt worden, teilte die Wasserschutzpolizei mit. Die Boote seien von der örtlichen Feuerwehr gesichert worden. Die Wasserschutzpolizei empfahl Eigentümern daher, ihre Boote an der Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommerns zu kontrollieren und entsprechend zu sichern.

Auch die Verlegearbeiten der Anbindungsleitung für das umstrittene Rügener Flüssigerdgas-Terminal wurden vor dem Hintergrund der Sturmwarnung vorübergehend unterbrochen. Das Schiff «Castoro 10» habe sich Wind und Wellen entsprechend neu ausgerichtet und die Arbeiten ruhten, sagte ein Sprecher des zuständigen Gasnetzbetreibers Gascade am Donnerstag.

Aufgrund des Sturms wurden auch die Starts für alle Wettbewerbe beim 15. Sparkassen Rügenbrücken-Marathon am Samstag um jeweils eine Stunde verschoben. Als erstes starten nun die Marathonläufer von der Mahnkeschen Wiese in Stralsund um 10.30 Uhr. Alle weiteren Distanzen folgen.

Der für den Küstenschutz zuständige Minister Till Backhaus (SPD) warnte Strandnutzer und Spaziergänger angesichts der Wetterlage davor, Gefahren zu unterschätzen. «Besonders an der Außenküste gibt es viele aktive Steilküstenabschnitte. Es besteht immer die Gefahr von Kliffabbrüchen und Hangrutschungen», so Backhaus. «Diese erhöht sich durch Sturmfluten stark, da es zur Unterspülung des Hangfußes kommen kann, wodurch das Kliff instabil wird.»

Nach den Worten von Backhaus beobachten die zuständigen Behörden im Land die Wasserstandentwicklung kontinuierlich. Es sei davon auszugehen, dass im Verlaufe des Freitags die Alarmstufe I ausgerufen werde. Neben den Sperrwerken könnten wie in Heiligendamm auch Schutzwände gegen das Hochwasser zum Einsatz kommen. «Wir gehen davon aus, dass die Städte und Gemeinden an der Küste sich auf die Bedienung der Anlagen vorbereiten», sagte der Minister.

Sturmfluten an der deutschen Ostseeküste werden laut BSH in vier Klassen eingeteilt: Sturmflut: 1,00 bis 1,25 Meter über mittlerem Wasserstand, mittlere Sturmflut: 1,25 bis 1,50 Meter über mittlerem Wasserstand, schwere Sturmflut: 1,50 bis 2,00 Meter über mittlerem Wasserstand und sehr schwere Sturmflut: mehr als 2,00 Meter über mittlerem Wasserstand.

© dpa
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