Mann aus «Ehrverletzung» getötet: Haftstrafen verhängt

Zwei Männer schlagen und treten brutal auf einen 30-Jährigen ein, weil er eine Freundin von einem der beiden beleidigt haben soll. Das Opfer stirbt an den Folgen. Die Täter werden zu Jugendstrafen verurteilt und müssen ins Gefängnis.
Eine Darstellung der Göttin Justitia. © Carsten Koall/dpa/Symbolbild

Für den gewaltsamen Tod eines Mannes in Neubrandenburg müssen die Angeklagten ins Gefängnis. Das Landgericht Neubrandenburg sprach die 20 und 17 Jahre alten Männer am Dienstag der Körperverletzung mit Todesfolge schuldig. Der 20-Jährige erhielt viereinhalb Jahre Haft, der Jüngere drei Jahre und neun Monate Freiheitsstrafe. Sie haben am 7. Februar gemeinschaftlich auf den 30-jährigen Mann aus Afghanistan eingetreten, vor allem gegen den Kopf, sagte Richterin Daniela Lieschke. Das Opfer starb elf Tage nach der brutalen Misshandlung in einer Klinik an den schweren Verletzungen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Zeugenberichte, Chatverläufe von Handynachrichten und Blut- und DNA-Spuren hätten die Vorwürfe bestätigt, erklärte die Richterin. Das Opfer, ein 30-Jähriger aus Afghanistan, starb elf Tage nach der brutalen Misshandlung in einer Klinik an schweren Kopfverletzungen. Es war bereits der zweite Angriff des 20-Jährigen auf den Geschädigten innerhalb von vier Tagen.

Nach Angaben der Verurteilten bei der Polizei soll der 30-Jährige Tage vorher eine Freundin des 20-Jährigen als «Schlampe» oder «Hure» beschimpft haben. Diese stammt auch aus Afghanistan und war vorher mit dem 30-Jährigen befreundet, der sich auch um ihr Asylverfahren gekümmert hatte. Sie soll den 20-Jährigen mehrfach zu der Gewalttat gedrängt haben, wie eine Zeugin vor Gericht geschildert hatte. Gegen die Frau wird wegen Anstiftung zu der Gewalttat ermittelt.

Die Verurteilten konnten am 7. Februar von Zeugen beobachtet und von dem Opfer weggezogen werden. Sie flüchteten und wurden in Tatortnähe gefasst. Der 20-Jährige trug noch eine blutige Jacke und eine ebenfalls blutverschmierte Hose. Vor Gericht schwiegen sie. Nur im letzte Wort sagte der 20-jährige Iraner, dass er den Mann nicht habe töten wollen und es ihm leid tue.

Mit dem Urteil blieb die Kammer unter der Forderung der Anklägerin, die fünfeinhalb Jahre Haft für den Älteren und vier Jahre und drei Monate Freiheitsstrafe für den Komplizen gefordert hatte. Die beiden aus dem Iran und Afghanistan stammenden Männer wurden wegen ihres Alters und Entwicklungsstandes nach Jugendstrafrecht verurteilt. Dem 20-Jährigen bescheinigte die Richterin eine «hohe Gewaltbereitschaft» - dessen Motiv sei als «niedriger Beweggrund» zu werten. Einen Tötungsvorsatz habe es aber nicht gegeben. Vom ursprünglichen Vorwurf des Mordes rückte die Kammer damit ab.

Die Verteidigung hatte für den 20-Jährigen eine Haftstrafe «bis vier» Jahren verlangt. Die Anwältin des 17-Jährigen hatte auf eine Bewährungsstrafe plädiert, da ihr Mandant nicht die Hauptschuld trage.

© dpa
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