Bootsschuppen-Großbrand: Nachbar-Pächter dürfen Boote bergen

Brandstifter verunsichern derzeit Bootsbesitzer in Neubrandenburg. Nach drei Bootsschuppen-Feuern fahndet die Polizei mit Hochdruck nach Verdächtigen. Nun wollen erste Nachbarn trotz Ölsperren endlich ihre Boote herausholen.
Dutzende Bootsschuppen brennen in Neubrandenburg. © Felix Gadewolz/-/dpa/Archivbild

Drei Wochen nach einem Großbrand in einer Bootsschuppenanlage in Neubrandenburg dürfen Pächter einer bisher gesperrten Nachbar-Schuppenreihe ihre Boote bergen. Wie ein Sprecher der Stadt am Dienstag sagte, soll 40 Pächtern am Mittwoch und am Freitag die Möglichkeit dazu eingeräumt werden. Einige wollten ihre Boote an anderer Stelle am Oberbach oder am Tollensesee festlegen. Unterdessen fahndet die Polizei weiter mit Hochdruck nach Verdächtigen, wie ein Sprecher sagte. Hinweise und Filmaufnahmen würden derzeit von einer Sonderermittlungsgruppe geprüft. Es gebe aber keine heiße Spur.

Die betroffene Reihe Nr. 12 grenzt unmittelbar an die beiden letzten Bootsschuppenreihen 13 und 14 an, die am 5. Mai bei einem Großfeuer in weiten Teilen zerstört worden waren. Die gesamte Anlage umfasst rund 400 Bootsschuppen. Davon wurden bei inzwischen schon drei Bränden mehr als 70 Bootsschuppen zerstört. Der Gesamtschaden wird auf 1,4 Millionen Euro geschätzt.

Nach Angaben der Polizei brannten beim größten Feuer am 5. Mai allein 60 Bootsschuppen nieder oder wurden schwer beschädigt. Die Ruinen stehen noch. Auf dem benachbarten Oberbach trainieren Kanuten und Drachenboote, die an den Ölsperren vorbeigleiten. Die Stadt hat die Arbeiten zur Beräumung ausgeschrieben. Da bei dem Feuer etliche Boote samt Motoren sanken und auch andere Schadstoffe ins Wasser gelangten, müsse eine Spezialfirma diese Arbeiten übernehmen, hieß es.

Ölschlängel versperren bisher auch die Ausfahrten aus den geretteten Nachbar-Schuppenreihen. Nach Angaben der Stadt soll die Feuerwehr zur Bergung der Boote die dort liegenden Ölsperren leicht verziehen. Der Schuppenbesitzer, der sein Boot bergen will, dürfe aber nicht den Motor anwerfen, hieß es. Die Polizei hat zusätzliche Streifen eingesetzt, um weitere Brandstiftungen zu verhindern.

© dpa
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