Welchen Einfluss haben Haustiere auf die Gesundheit?

02.07.2022 Eine Langzeitstudie widmet sich der Gesundheit der Menschen in Vorpommern. Auch ihre Haus- und Nutztiere werden nun untersucht. Für die Forscher gehört tierische und menschliche Gesundheit zusammen.

Dr. Susan Mouchantat untersucht die Ohren eines Hundes. © Stefan Sauer/dpa

Wie wirkt sich die Haltung von Tieren auf die Gesundheit von Menschen aus? Diesen und anderen Fragen gehen Forscherinnen und Forscher in einer breit angelegten Studie in Vorpommern nach. Es seien bereits 200 Tiere von 100 Probanden untersucht worden, sagte die Koordinatorin des Projekts, Julia Rüdebusch. «Katzen und Hunde waren dabei die am häufigsten untersuchten Tierarten.» Aber auch Hühner, Enten, Wachteln oder Tauben seien erfasst worden.

«Was uns überrascht ist, dass die Leute sehr, sehr offen sind.» Das spiele dem Team sehr in die Karten. Nach Angaben der Universitätsmedizin Greifswald (UMG) untersuchen Tierärztinnen seit etwa einem Jahr die Tiere in ihrer häuslichen Umgebung und entnehmen Proben. Außerdem würden Interviews geführt und Fragebogen ausgefüllt. Die Studienteilnehmerinnen und -teilnehmer interessierten sich vor allem für die Gesundheit ihrer Tiere und wie man diese fördern könne. Neben dem Einfluss auf die körperliche und seelische Gesundheit des Menschen geht es laut UMG auch darum, wie Haltung und Fütterung die Übertragung von Krankheiten beeinflussen.

Das Forscherteam, das auch vom Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) unterstützt wird, folge dem Konzept One Health (eine Gesundheit). Das sieht vor, die Gesundheit von Menschen nicht isoliert, sondern zusammen mit der Gesundheit von Tieren und der Umwelt zu betrachten. In diesem Zusammenhang spielen etwa auch Zoonosen wie das Coronavirus eine Rolle, also Erreger die zwischen Mensch und Tier wechseln.

Die Untersuchung der Tiere soll nach den Sommerferien dank einer zusätzlichen Tierärztin ausgeweitet werden. Nur persönlich angeschriebene Probanden, die zuvor per Zufallsprinzip ausgewählt wurden, können an dem Projekt teilnehmen. Bis Ende September 2025 will das Team etwa 1000 Tierhalter besuchen und knapp 700 Hunde, etwa 1200 Katzen sowie 2100 Vögel untersuchen. Erste Ergebnisse könnten laut Rüdebusch Mitte, Ende kommenden Jahres veröffentlicht werden.

Die Untersuchungen finden im Rahmen des SHIP-Projekts (Study of Health in Pomerania / Leben und Gesundheit in Vorpommern) statt. Bei dem Projekt werden seit den 1990ern Tausende Menschen in Kohorten medizinisch untersucht, aber auch zu ihrem Lebenswandel befragt, um etwa das Auftreten bestimmter Krankheiten besser zu verstehen. Es ist laut UMG die weltweit umfangreichste derartige Langzeitstudie.

© dpa

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