Erntebilanz: Guter Ertrag bei Gerste - Hohe Betriebskosten

Das trockene Frühjahr hat die Gerste unerwartet gut verkraftet: Die Bauern haben Erträge eingefahren, die sie freuen. Ob das auch bei Weizen und Raps so wird, ist noch unklar - aber die Betriebskosten haben sich verdreifacht.
Ein Landwirt erntet mit einem Mähdrescher Wintergerste auf einem Feld. © Julian Stratenschulte/dpa/Archivbild

Die Bauern in Mecklenburg-Vorpommern haben ein Viertel ihrer Getreideernte mit gutem Ertrag eingebracht, müssen aber stark gestiegene Betriebskosten verkraften. «Die Gerste ist gedroschen, die ungewöhnliche Hitze im Juni hat ihr kaum noch etwas anhaben können», sagte der Präsident des Landesbauernverbandes Detlef Kurreck am Donnerstag vor Journalisten in Lüssow (Landkreis Rostock). Der Ertrag bei Gerste sei im Schnitt mit 70 bis 75 Dezitonnen pro Hektar «gut bis sehr gut», aber regional sehr unterschiedlich. So berichtete ein Landwirt, dass es allein in der Region Bützow Schwankungen von 40 Dezitonnen pro Hektar Gerste bis zu 95 Dezitonnen pro Hektar gebe.

Da die Kosten für Dünger, Pflanzenschutz, Energie und Kraftstoff dreimal höher liegen als 2021, sei aber noch unklar, was am Ende für die Betriebe übrigbleibt, meinte Kurreck. So berichtete Lars-Peter Loeck, Vorstand der Agrofarm Lüssow, dass er für Dünger nun 1,1 Millionen Euro ausgeben müsse. Vor einem Jahr habe die gleiche Menge noch 350.000 Euro gekostet. Für Diesel zahle der Betrieb mit 50 Beschäftigten nun 650.000 Euro im Jahr, 2021 waren es noch rund 350.000 Euro.

Ob die Kostensteigerungen über die Preise für Getreide wieder kompensiert werden können, sei derzeit unklar, sagte der Bauernpräsident. Man hoffe, dass man die Ernte gut verkaufen könne. Doch von Preissteigerungen an den Börsen für Getreide komme nur wenig bei den Bauern an. Um Kosten zu sparen, werde nur dort gedüngt, wo es unbedingt nötig ist.

Das trockene Frühjahr habe einigen Feldfrüchten stark zugesetzt, sagte Kurreck. So müsse man beim Raps, der nach Weizen wichtigsten Feldfrucht, mit Ausfällen beim Ertrag rechnen. Dazu kam, dass die wenigen Niederschläge sehr unterschiedlich verteilt waren. Hier sei die küstennahe Region an der Ostsee meist im Vorteil gegen über den leichten, sandigen Böden im Süden Mecklenburg-Vorpommerns.

Deutliche Kritik äußerte Kurreck an Plänen des Landes, auf fast der Hälfte der Äcker wegen angeblicher Nitratbelastungen des Grundwassers das Düngen einschränken zu wollen. Das Messstellennetz des Landes mit 559 Messstellen auf 23.000 Quadratkilometer Landesfläche sei zu dünn, um genaue Schlussfolgerungen zu ziehen.

Wie der Geschäftsführer der Hydor GmbH Berlin, Stefan Hanappel, sagte, gebe es im Nordosten eine Bohrungsdatenbank, aus der etwa 1500 Messstellen herangezogen werden könnten.

Land und Bauern streiten sich seit Monaten um die geplanten Düngeeinschränkungen. Eine Klage von Bauern hatte 2021 die entsprechende Landesverordnung gekippt. Diese hatte Einschränkungen auf 13 Prozent der Äcker vorgesehen. Der Rechtsstreit läuft noch. Hanappel hatte in einem Gutachten die Messstellen des Landes überprüft.

Er kommt darin zu dem Schluss, dass die Nitratbelastungen in Mecklenburg-Vorpommern lokal deutlich unterschiedlicher sind, als man aus den 559 Messstellen des Landes lesen kann. «Wenn man die 1500 Messstellen zugrunde legt, bekommt man deutlich weniger Flächen, auf denen Düngen eingeschränkt werden müsste.» Der Wert liege wohl deutlich unter 13 Prozent.

Getreide wird im Nordosten auf mehr als 500 Hektar angebaut, davon 128.000 Hektar Gerste. Mit 188.000 Hektar ist auch Raps sehr wichtig. 2021 wurde in MV knapp ein Fünftel des deutschen Rapsertrages geerntet.

© dpa
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