Schlagabtausch um Fachkräftemangel an Unimedizin Rostock

Der Fachkräftemangel an der Kinder- und Jugendmedizin der Uniklinik in Rostock hat im Landtag für hitzige Diskussionen gesorgt. Die CDU-Fraktion wirft der Landesregierung vor, zu wenig zu tun: «Der Zustand der dort beklagt wird, ist ja alarmierend», sagte Daniel Peters (CDU) am Freitag im Landtag in Schwerin. Zum wiederholten Male habe es einen Brandbrief der Beschäftigten gegeben.
Der Eingang zur Universitätsmedizin Rostock. © Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

Die Fraktion kritisiert in ihrem Antrag, dass neues Personal erst für 2023 angekündigt wird. Zusätzliche Finanzmittel lösen das Problem aus Sicht der CDU kurzfristig nicht, die Partei fordert eine umgehende zusätzliche Maßnahmen zur Akquise von Fachkräften. Aus Sicht der AfD wird das Defizit in der medizinischen Versorgung zudem vom Vorstand der Klinik kleingeredet. Es gebe strukturelle Defizite, sagte der Abgeordnete Thore Stein (AfD).

Wissenschaftsministerin Bettina Martin (SPD) verteidigte die seit dem Vorjahr bereits eingeleiteten Maßnahmen. Seitdem seien die besetzten Stellen um 24 Prozent gewachsen, mit mehr als 32 Vollzeitposten seien es mehr als je zuvor. Martin zufolge behindert die aus ihrer Sicht «Skandalisierung» der Probleme die Neueinstellung von Ärztinnen und Ärzten: «Es muss ein Ende haben, dass wir die Unimedizin in Rostock schlechtreden», so Martin. Vom Koalitionspartner kam Unterstützung: Torsten Koplin von den Linken sieht jedoch auch die Notwendigkeit für Verbesserungen, unter anderem solle man sich an der erfolgreichen Fachkräftekampagne im Bildungsbereich ein Vorbild nehmen.

Auch die Grünen sehen ein Schlechtreden kritisch, der Fraktionsvorsitzende Harald Terpe forderte jedoch auch strukturelle Entscheidungen ein, dies sei eine Bedingung für eine Verbesserung der Situation. Die Verantwortung hierfür liege beim Wissenschaftsministerium. Die bisher geplanten Maßnahmen können Terpe zufolge jedoch die Lage bereits verbessern.

CDU und FDP sehen den Vorwurf der Skandalisierung dagegen als ungerechtfertigt. Barbara Becker-Hornickel forderte für die Liberalen: «Ich möchte das alles getan wird das Vertrauen der Eltern in die Kinder- und Jugendklinik und den Universitätsstandort in Rostock wiederherstellen». Unter anderem in der Kinderkardiologie bestehe seit 2013 eine Fähigkeitslücke.

Das Universitätsklinikum sieht keine Lücke in der Versorgung von Herzpatienten. Es bestehe ein «Kooperationsvertrag zwischen der Universitätsmedizin und dem Klinikum Südstadt Rostock. Darin ist geregelt, welche Spezialisierungen durch die Unimedizin und welche durch das Südstadt Klinikum abgedeckt werden», teilte die Uniklinik mit. Die Kinderkardiologie werde durch das städtische Klinikum übernommen. Darüber hinaus ist es den Angaben des Krankenhauses zufolge üblich, nicht alle Subspezialisierungen in einem Haus vorzuhalten, daher kooperiere Rostock bestmöglich mit den kindermedizinischen Zentren in Greifswald, Neubrandenburg und Schwerin.

Der Antrag der CDU zum Thema wurde mit den Stimmen von SPD und Linken abgelehnt, die Grünen enthielten sich.

© dpa
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