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Konzepte gegen Ärztemangel in MV: Mehr Absolventen halten

Alljährlich verlassen viele gut ausgebildete, junge Ärzte die Universitäten in Rostock und Greifswald - und der Großteil auch gleich das Bundesland. Das soll sich ändern.
Medizinstudium
Medizinstudenten üben wie man sich in einem OP-Raum verhält. © Julian Stratenschulte/dpa/Symbolbild

Dem Mangel an Hausärzten vor allem in ländlichen Regionen will Mecklenburg-Vorpommern durch Änderungen bei der Studienzulassung und gezielten Werbeaktionen unter Absolventen begegnen. Der Landtag in Schwerin forderte am Donnerstag mit den Stimmen der Koalitionsfraktionen von SPD und Linke die Landesregierung auf, in Absprache mit Bund und Ländern für mehr Flexibilität bei der Vergabe der Medizin-Studienplätze zu sorgen. Dies wäre Voraussetzung dafür, etwa die sogenannte Landarztquote zu erhöhen.

Bislang dürfen lediglich 32 der mehr als 400 Studienplätze pro Jahr im Land für Allgemeinmediziner an Bewerber vergeben werden, die sich verpflichten, nach Studienabschluss in einer Landarztpraxis in MV zu arbeiten. Zudem soll der Bund mehr Geld für die Medizinerausbildung bereitstellen.

Nach den Worten von Wissenschaftsministerin Bettina Martin (SPD) stellt die Sicherung einer wohnortnahen medizinischen Versorgung Mecklenburg-Vorpommern vor besondere Herausforderungen. Als Gründe nannte sie die ländliche Struktur, den im Nordosten besonders deutlich zu spürenden demografischen Wandel mit der Folge eines höheren Behandlungsbedarfs und die Altersstruktur bei den Hausärzten. «Ein erheblicher Teil wird in den nächsten Jahren in den Ruhestand gehen», sagte Martin. Nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) sind in Mecklenburg-Vorpommern bereits heute 77 der mehr als 1000 Hausarztstellen nicht besetzt.

In der Frage nach mehr Medizin-Studienplätzen an den Universitäten in Rostock und Greifswald zur Deckung des bundesweiten Zusatzbedarfs von etwa 5000 Medizinern pro Jahr äußerte sich Martin zurückhaltend. Mecklenburg-Vorpommern bilde - gemessen an der Einwohnerzahl - bereits überdurchschnittlich viel aus. Auf 1000 Einwohner kommen im Nordosten im Schnitt 2,25 Medizinstudenten, im Bundesdurchschnitt sind es 1,26, in Bayern 1,22.

«Es ist in unserem Sinne, dass andere Länder jetzt auch mal aufholen. Denn im Moment profitieren sie davon, dass wir über Bedarf ausbilden», sagte die Ministerin. Nur 40 Prozent der Absolventen in Rostock und Greifswald blieben am Ende im Land. Ziel sei, mehr junge Ärzte im Nordosten zu halten. Derzeit laufe eine Befragung dazu, was Nachwuchsmediziner von ihrem künftigen Arbeits- und Wohnort erwarten.

Kritik kam von der Opposition. Redner von CDU, FDP und Grünen mahnten die Landesregierung, nicht auf andere zu warten, selbst mehr Geld in die Hand zu nehmen und auch in MV zusätzliche Studienplätze zu schaffen. Die CDU-Abgeordnete Katy Hoffmeister erneuerte ihre Forderungen nach 100 weiteren Studienplätzen im Land und einer Erhöhung der Landarztquote von knapp 8 auf 10 Prozent. Ein Antrag der AfD, die Landarztquote auch auf den Bereich der Zahnmedizin auszuweiten, fand keine Mehrheit. Mehrere Redner verwiesen darauf, dass dies derzeit rechtlich nicht möglich sei.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Schwerin konnten mit Hilfe der Landarztquote bislang 90 Studentinnen und Studenten gewonnen werden, die nach ihrem Abschluss für mindestens zehn Jahre die hausärztliche Versorgung im ländlichen Bereich stärken. Seit 2021 können 32 der jährlich zu vergebenden 400 Medizinstudienplätzen in Greifswald und Rostock über diese Quote zugeteilt werden. Für das Wintersemester 2024/2025 lägen 150 Bewerbungen vor. Die Kosten für die mehrjährige Medizinerausbildung werden mit gut 200.000 Euro je Platz veranschlagt.

Um die ärztliche Versorgung sicherzustellen, fördern Kassenärztliche Vereinigung, Land und Kommunen Niederlassungen in betroffenen Bereichen finanziell. In den vergangenen Jahren wurden laut Gesundheitsministerium allein über die KV bereits mehr als 13 Millionen Euro ausgezahlt. Da dennoch voraussichtlich nicht alle Lücken geschlossen werden können, sollen unter anderem Kooperationen mit Kliniken ausgebaut und Telemedizin-Angebote erweitert werden.

© dpa
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