Senioren überfallen und in Hals gestochen: Lebenslange Haft

Die wehrlosen Opfer wurden brutal niedergeschlagen, misshandelt und mit Stichwaffen schwer verletzt. Die Beute war gering, der angerichtete physische und psychische Schaden enorm. Der Täter bekam nun eine harte Strafe.
Der Angeklagte sitzt neben seinem Anwalt Hennig Köhler (r) im Gerichtssaal. © Joachim Mangler/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

Das Landgericht Rostock hat einen 37 Jahre alten Mann wegen versuchten Mordes, gefährlicher Körperverletzung und besonders schweren Raubes zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Der Mann hatte im vergangenen Januar mit äußerster Brutalität eine 66 Jahre alte Frau und anschließend einen 82 Jahre alten Mann überfallen und ausgeraubt. Was er getan habe, sei furchterregend und monströs gewesen, so der Richter am Freitag, der in dem Urteil auch die besondere Schwere der Schuld feststellte. Zudem ordnete er eine anschließende Sicherungsverwahrung an. Damit ist eine vorzeitige Haftentlassung nach 15 Jahren so gut wie ausgeschlossen.

Die Kammer folgte mit dem Urteil der Forderung der Staatsanwaltschaft. Die Verteidigung hatte auf eine Freiheitsstrafe «nicht höher als zwölf Jahre» plädiert. Der 37-Jährige plante die Überfälle aus Sicht des Gerichts, um seine Drogensucht zu finanzieren und zu feiern. Dabei habe er den Tod der 66-Jährigen zumindest billigend in Kauf genommen. Nur durch Glück und Zufall habe das Opfer den Angriff überlebt.

Der wegen Gewaltdelikte mehrfache vorbestrafte Mann überfiel die 66-Jährige am 16. Januar, als sie zufällig die Tür öffnete, um die Sonntagszeitung zu holen. Der Mann schlug die überraschte und arglose Frau unvermittelt mit großer Wucht mehrfach ins Gesicht. Sie blutete stark und verlor mehrere Zahnimplantate. Der Angreifer würgte sie anschließend am Boden und stach ihr mit einem Taschenmesser in den Hals. Mit rund 60 Euro Bargeld floh er. Die lebensgefährlich verletzte Frau ließ er alleine zurück. Mit letzter Kraft konnte sie die Polizei alarmieren.

Unmittelbar danach überfiel er am selben Tag in der Nähe des ersten Tatortes einen 82 Jahre alten Mann, der den Müll rausbrachte. Der Täter folgte dem Senior in den Hausflur. Dort drängte er ihn überraschend mit massiver Gewalt in dessen Wohnung, in der auch die 85 Jahre alte Ehefrau des Mannes war. Er schlug den Mann brutal nieder und stach ihm mit einer sogenannten Anreißnadel aus Stahl mehrfach in den Hals. Auch hier flüchtete er mit etwas Bargeld.

Die Staatsanwältin hatte den Angeklagten in ihrem Plädoyer als unberechenbaren Gewalttäter bezeichnet. Auch der Richter nannte einen Fall, bei dem der Deutsche seine Freundin bewusstlos geschlagen habe. In einem weiteren Fall stach er mit einem Messer auf eine Freundin ein. Seine Beziehungen zu Frauen seien durch Gewaltexzesse geprägt, so der Richter.

Die Liste der Vorstrafen ist lang. Der 37-Jährige wurde seit seinem 17. Lebensjahr immer wieder verurteilt, mal zu drei Jahren, mal zu vier Jahren, dann wieder zu drei Jahren. Ihm wurden Raub, schwere räuberische Erpressung, Drogenbesitz, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und immer wieder gefährliche Körperverletzung zur Last gelegt.

Nur kurze Zeit nach den jeweiligen Haftentlassungen wurde er immer wieder straffällig. Auch Hilfsangebote schlug er aus. In einem Rostocker Umzugsunternehmen, für das er zeitweise arbeitete, half ihm die Chefin sogar mit Geld und stellte ihm eine Festanstellung in Aussicht. Doch er habe das durch neuerliche Straftaten zunichte gemacht.

© dpa
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