Prozess wegen Ehrverletzung: Motiv soll Hass gewesen sein

Ein 30-Jähriger wird in Neubrandenburg so misshandelt, dass er elf Tage später stirbt. Die mutmaßlichen Täter werden gefasst. Einer der jungen Männer war offenbar von Hass getrieben.
Ein Justizbeamter steht in einem Gerichtssaal. © Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild

In dem Prozess wegen gemeinschaftlichen Mordes an einem Mann in Neubrandenburg war nach Angaben von Zeugen persönlicher Hass das Motiv des Hauptangeklagten. Der 19-Jährige habe bereits bei der Festnahme kurz nach der Tat geäußert, dass er das 30-jährige Opfer hasse, weil dieser seine Freundin beleidigt habe, sagten mehrere Polizisten am Dienstag vor dem Landgericht Neubrandenburg. Außerdem wurden die Papiere des Opfers bei dem Iraner gefunden. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann und seinem 17 Jahre alten Bekannten aus Afghanistan gemeinschaftlichen Mord aus niederen Beweggründen vor.

Die beiden Angeklagten sollen am 7. Februar den 30-jährigen Mann aus Afghanistan schwer misshandelt und dabei tödlich verletzt haben. Das Opfer starb am 18. Februar an den Folgen der schweren Kopfverletzungen. Das Duo war von Zeugen gesehen worden, dann geflohen und kurz danach von Polizisten im Kulturpark gefasst worden. Beide schweigen im Prozess vor Gericht bisher.

Die Polizisten erkannten die Angeklagten im Gericht auch als die damals festgenommenen Tatverdächtigen wieder. Ein Beamter berichtete zudem davon, dass der Hauptangeklagte schon mehrere Tage vorher bei einer Befragung geäußert hatte, dass er den 30-Jährigen wegen einer Ehrverletzung bestrafen müsse. Anlass für die Gewaltattacke war laut Staatsanwaltschaft, dass der 30-Jährige eine Freundin des 19-Jährigen als «Schlampe» bezeichnet haben soll.

Unklar blieb bisher, ob es eine Tatwaffe gab. Laut Anklage hatten die Angeklagten das Opfer auf einem Spazierweg unter anderem mit einem Holzknüppel geschlagen und noch am Boden liegend getreten und geschlagen. Ein Zeuge hatte die Männer vom Opfer weggezogen und angeschrien. Weitere Passanten kamen hinzu und holten Hilfe.

Der Prozess wird am 8. September mit einer Reihe von Zeugen fortgesetzt. Ein Urteil wird frühestens Ende September erwartet. Der Bruder des Opfers tritt als Nebenkläger vor Gericht auf.

© dpa
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