Förderprogramm für «Balkonkraftwerke» startet am Dienstag

Gut zwei Monate nach der Ankündigung soll nun das landeseigene Förderprogramm für kleine «Balkonkraftwerke» beginnen. Die Hoffnung auf eingesparte Stromkosten dürfte dafür sorgen, dass die Nachfrage hoch sein wird. Doch es gibt auch Kritik an den Landeshilfen.
Kleines Solarkraftwerk auf einem Balkon. © Laura Ludwig/dpa-tmn/Symbolbild

Das im Sommer von der Landesregierung in Schwerin angekündigte Förderprogramm für «Balkonkraftwerke» soll in der kommenden Woche beginnen. Wie das Umweltministerium am Freitag mitteilte, können Hausbesitzer und Mieter in Mecklenburg-Vorpommern von Dienstag an Förderanträge stellen. Am Montag will Umweltminister Till Backhaus (SPD) in Schwerin Details zum Antragsverfahren erläutern. Durch die Nutzung der Sonne als alternativer Energiequelle soll der Verbrauch fossiler Brennstoffe reduziert und dem Klimawandel entgegengewirkt werden.

Das Landes-Förderprogramm für Photovoltaikanlagen an Balkonen ist Teil eines Maßnahmenpaketes, das Mitte August auf dem Landes-Energiegipfel in Rostock beschlossen worden war. Demnach wird die Anschaffung einer PV-Anlage mit bis zu 500 Euro pro Haushalt gefördert. Das Land stellt dafür 10 Millionen Euro bereit. Es wird damit gerechnet, dass das Fördervolumen schnell aufgebraucht sein wird. Es reicht für etwa 20.000 Projekte.

Den Landeszuschuss gibt es für kleine, nicht genehmigungspflichtige Solaranlagen mit einer Leistung von bis zu 600 Watt. Fachleute gehen davon aus, dass mit einem solchen «Balkonkraftwerk» etwa 10 Prozent des Strombedarfs eines durchschnittlichen Haushalts gedeckt werden kann. Die jährliche Ersparnis wird mit knapp 100 Euro angegeben, bei steigenden Stromkosten auch mehr.

Allerdings gibt es bereits auch Kritik an dem Förderprogramm. Der Landesverband Erneuerbare Energien verwies auf das vergleichsweise ungünstige Kosten-Nutzen-Verhältnis. So produziere eine moderne Windkraftanlage mit 5,5 Megawatt weit mehr Strom als alle 20.000 Balkonmodule zusammen und koste etwa die Hälfte der Fördermittel, hieß es. Der Bund der Steuerzahler nahm das Förderprogramm in sein «Schwarzbuch» für verschwendete Steuergelder auf. Auch der Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen äußerte sich skeptisch und verwies auf finanzielle Risiken für Mietern in Schadensfällen.

© dpa
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