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Krause gesteht Verschleierung von Dschungelcamp-Einnahmen

Ex-Bundesverkehrsminister Günther Krause steht seit Montag vor dem Landgericht Rostock. Bereits zum Auftakt hat er die Verschleierung von Vermögen gestanden. Es geht auch um Einnahmen aus seiner Dschungelcamp-Teilnahme.
Prozessbeginn gegen den ehemaligen Bundesverkehrsminister Krause
Günther Krause (v), ehemaliger Bundesverkehrsminister, kommt zusammen mit seinem Anwalt Peter-Michael Diestel in den Verhandlungssaal im Landgericht Rostock. © Frank Hormann/dpa-Zentralbild/dpa

Der Bankrott- und Betrugsprozess gegen den ehemaligen Bundesverkehrsminister Günther Krause ist mit einem Geständnis des ehemaligen CDU-Politikers gestartet. «Der Angeklagte räumt die ihm vorgeworfenen Sachverhalte umfassend ein», sagte sein Anwalt Peter-Michael Diestel am Montag vor dem Landgericht Rostock. Er habe Einnahmen unter anderem aus seiner Mitwirkung bei der RTL-Show «Ich bin ein Star - Holt mich hier raus» während seines Insolvenzverfahrens verschwiegen. Laut Staatsanwaltschaft soll Krause mehr als 370 000 Euro durch die Verschleierung von Vermögen erlangt haben.

Der heute 69-jährige Krause hatte als Chef-Unterhändler der DDR 1990 gemeinsam mit dem damaligen Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) den Einheitsvertrag unterschrieben. Von 1991 bis 1993 war er Bundesminister für Verkehr und trat nach mehreren Affären zurück. Nach seinem Rücktritt hatte sich Krause weitgehend aus der Politik zurückgezogen und war als Unternehmer tätig. In dem Zusammenhang musste er sich bereits mehrfach vor Gerichten verantworten.

Für Aufsehen sorgte er auch, weil er zeitweise an der Mecklenburgischen Seenplatte ein nicht bezahltes Haus bewohnte und es erst kurz vor der Zwangsräumung räumte. Später machte Krause unter anderem als Dschungelcamp-Teilnehmer bei der RTL-Show «Ich bin ein Star - Holt mich hier raus» mit.

Sein Anwalt Diestel, als letzter DDR-Innenminister ebenfalls Ex-Politiker, hatte sich wenige Tage vor dem Prozessbeginn guten Mutes gezeigt, dass das Verfahren Aufklärung bringen und eine etwas längere Negativserie im Leben des ehemaligen Bundesministers abschließen werde. Am Montag scherzte der medienerprobte Jurist mit Journalisten, während sein Mandant eher gequält von seinem Platz dreinblickte.

Laut Anklage benutzte Krause die spanische Firma seiner Frau, um Einnahmen zu verbergen und so dem Insolvenzverwalter und seinen Gläubigern vorzuenthalten. Detailliert zählte der Staatsanwalt am Montag Umsätze auf - mit Buchungsdatum und Kontonummer.

Allein für seine Mitwirkung bei der 14. Staffel von «Ich bin ein Star - Holt mich hier raus», bei der er gesundheitsbedingt bereits in der ersten Folge das Dschungelcamp verließ, und seiner Zusage bereits zur 13. Staffel habe Krause mehr als 160 000 Euro erhalten. Weitere Einnahmen stammten demnach etwa von anderen Fernsehsendungen wie der MDR-Talkshow «Riverboat», einem lukrativen Beratervertrag mit einer Immobilienfirma oder aus Erlösen vom Verkauf von Krauses Buch «Das ewige Licht - Der Beginn eines neuen Zeitalters», in dem es um Energiegewinnung aus kosmischer Strahlung geht.

Nach seinem Ausscheiden aus der Politik sei sein Mandant - Ingenieur für Bauwesen und Informatik - zu seiner wissenschaftlichen Arbeit zurückgekehrt, habe sich dabei aber als Unternehmer verschuldet, sagte Diestel. Er sprach von einem kranken und überschuldeten Rentner. «Hier steht ein Angeklagter mit Scham und Demut.»

Das Gericht hatte ein frühzeitiges Geständnis zur Voraussetzung für eine vorgeschlagene Verständigung zwischen den Parteien gemacht. Diese sieht eine mögliche Freiheitsstrafe von einem Jahr und neun Monaten bis zu zwei Jahren bei einer Bewährung von vier Jahren und gegebenenfalls gemeinnützige Arbeit vor. Gleichzeitig würden einzelne Punkte der Anklage entfallen. Die Anordnung einer möglichen Einziehung von Vermögen ist hingegen unberührt.

Das Gericht muss laut Erläuterung des Vorsitzenden Richters klären, ob das Geständnis für die Verständigung ausreicht. Er verwies zum Ende des ersten Verhandlungstages auf aus seiner Sicht bestehende Widersprüche in der Erklärung. Diese wollte Diestel nach Rücksprache mit Krause beim nächsten Termin am kommenden Montag aufklären. Dann sollte auch der Insolvenzverwalter aussagen. Das Gericht hatte insgesamt 15 Verhandlungstage bis in den Dezember angesetzt.

© dpa ⁄ Christopher Hirsch, dpa
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