Bedauern über Aus der «Pürzelprämie»

18.04.2022 Wildschweine gelten als ein möglicher Überträger der gefürchteten Afrikanischen Schweinepest. Um die Bestände zu dezimieren, gewährte MV seit 2017 eine Prämie für jeden geschossenen Schwarzkittel. Jäger und Bauern bedauern das Ende.

Über vierzig Wildschweine sind nach einer Treibjagd als Strecke ausgelegt. © Jens Büttner/ZB/dpa/Symbolbild

Jäger und Landwirte bedauern das von Agrarminister Till Backhaus (SPD) verkündete Aus der 2017 eingeführten «Pürzelprämie» in diesem Frühjahr. Die Entschädigung in Höhe von 50 Euro für jedes erlegte Wildschwein habe die Abschusszahlen steigen und den Schwarzwild-Bestand schrumpfen lassen, erklärten Vertreter des Landesjagd- und des Landesbauernverbands auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Dies sei ein Beitrag gewesen, die Gefahr eines Ausbruchs der Afrikanischen Schweinepest in Mecklenburg-Vorpommern zu verringern. In betroffenen Gebieten soll es künftig eine Aufwandsentschädigung in Höhe von 25 Euro für erlegtes Schwarzwild geben.

Im November 2021 war das für Schweine tödliche Virus erstmals bei einem Wildschwein in Mecklenburg-Vorpommern - im Landkreis Ludwigslust-Parchim - nachgewiesen worden. Seither sind 21 Fälle in der Region bekannt. Zuletzt war am vergangenen Donnerstag bei zwei Tieren das gefürchtete Virus nachgewiesen worden.

«Wir bedauern die Einstellung der Zahlung», hieß es vom Landesjagdverband. Damit sei der erhöhte Aufwand belohnt worden. Die Jägerinnen und Jäger würden aber weiterhin ihrer Verpflichtung in Sachen Schwarzwildbejagung nachkommen und die Bestände regulieren. Der Präsident des Landesbauernverbandes, Detlef Kurreck, sagte: «Mit dem Wegfall der Prämienzahlung müssen die anderen Vorsichtsmaßnahmen zur Vorbeugung und Eindämmung der Seuche intensiviert werden.» Das fordere vor allem die Landwirte heraus. Ist das Virus in Wildschweinbeständen in einer Region nachgewiesen, sind die Schweinehalter gehalten, bei ihren Hygienemaßnahmen besonders streng zu sein. Im Herbst hatte es einen Ausbruch in einer Schweinemast im Landkreis Rostock gegeben - alle 4000 Tiere in dem Betrieb mussten damals getötet werden.

Nach Angaben des Agrarministeriums sind 8,5 Millionen Euro «Pürzelprämie» an die Jäger ausgezahlt worden. Im Jagdjahr 2020/21 hätten die Jäger in Mecklenburg-Vorpommern fast 107.000 Schwarzkittel erlegt, so viele wie nie zuvor. Wildschweine gelten als mögliche Überträger der Tierseuche, die auf verschiedenen Wegen auch auf Hausschweine überspringen kann und dann zu großen ökonomischen Verlusten führt. Für Menschen ist das Virus ungefährlich.

© dpa

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