Reformen im Gesundheitswesen - Opposition dringt auf Tempo

Die Opposition im Schweriner Landtag drängt die rot-rote Landesregierung, die notwendigen Reformen zur Sicherung der Krankenhauslandschaft in Mecklenburg-Vorpommern zügig umzusetzen. Die Enquete-Kommission des Landtags zur Zukunft der medizinischen Versorgung, die im Vorjahr ihren Abschlussbericht vorlegte, habe gute Vorarbeit geleistet. «Die Vorschläge liegen auf dem Tisch», konstatierte die CDU-Abgeordnete Katy Hoffmeister am Freitag im Landtag bei der Einbringung ihres Antrags.
Ein Hinweisschild mit der Aufschrift «Krankenhaus» weist den Weg zur Klinik. © Marcus Brandt/dpa/Symbolbild

«Es gibt kein Problem der Erkenntnis, sondern ein Problem des Handelns», betonte Grünen-Fraktionschef Harald Terpe. Doch räumten beide ein, dass zur Sicherung der wohnortnahen, hochqualitativen medizinischen Versorgung auch in ländlichen Regionen insbesondere auch grundlegende Änderungen der Bundesgesetzgebung erforderlich seien. Ähnlich äußerten sich Redner anderer Fraktionen.

Die Schließung der Kinderstation in Parchim und das Ende der Geburtenstation in Crivitz sowie der Versorgung besonders kleiner Frühgeborener in Neubrandenburg hatten die Debatte um die Erhaltung der Klinikangebote neu belebt. Auf ihrer Jahrestagung Ende Oktober in Sellin auf Rügen verwiesen die Krankenhausdirektoren auf zunehmende Schwierigkeiten bei der Patientenversorgung im Nordosten. Neben Kostenfaktoren nannten sie fehlendes Personal.

Gesundheitsministerin Stefanie Drese (SPD) räumte ein, dass das Gesundheitswesen vor großen Herausforderungen stehe. Auf die drohende weitere Ausdünnung der medizinischen Versorgung von Kindern habe der Bund mit der Bereitstellung zusätzlicher Mittel reagiert. Für die Landesregierung habe die Erarbeitung eines Konzepts zur Sicherung der Geburtshilfe sowie der Kinder- und Jugendmedizin im Land Priorität. «Die Entwicklungen der letzten Wochen und Monate haben gezeigt, dass das Thema Geburtshilfe und Pädiatrie (Kinderheilkunde) gut gewählt ist, weil es besonders auf den Nägeln brennt», sagte Drese.

Das Land selbst müsse Konzepte mitentwickeln für eine gute medizinische Versorgung in der Fläche. «Innovative Versorgungsimpulse müssen von dünn besiedelten Flächenländern ausgehen, wenn die Entwicklung nicht an Realitäten und Bedarfen ländlicher Regionen vorbeigehen soll», sagte Drese. Als Beispiel nannte sie die Festlegung von Mindestmengen für bestimmte Eingriffe, die zu Einschränkungen in der Versorgung und bei der Facharztausbildung führten.

© dpa
Das könnte Dich auch interessieren
Empfehlungen der Redaktion
Fußball news
Bundesliga: «Ich zünde nix an»: Nagelsmann will Ruhe beim FC Bayern
Musik news
Musikpreise: Beyoncé bricht Grammy-Rekord - Petras gewinnt Trophäe
Musik news
Auszeichnungen: Kim Petras gewinnt mit Sam Smith Grammy für «Unholy»
People news
Auszeichnungen: US-Schauspielerin Viola Davis erreicht «EGOT»-Status
Handy ratgeber & tests
Featured: Google Pixel 8: Welche Upgrades spendiert Google seinem Top-Smartphone?
Testberichte
Kurztest: Suzuki Vitara Dualjet 1.5 Hybrid: Besser spät als nie
Das beste netz deutschlands
Featured: MacBook Pro 2024: Das ist zum neuen Modell bekannt
Handy ratgeber & tests
Featured: Galaxy S23 vs. iPhone 14: Die Top-Handys 2023 im Vergleich