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Kleinere Krippen-Gruppen: 467 Millionen für Kitas

Kaum ein anderes Bundesland weist eine so hohe Betreuungsquote in Kitas aus wie Mecklenburg-Vorpommern. Dennoch steht das Land oft in der Kritik, weil die Gruppen recht groß sind. Das soll sich ändern - in kleinen Schritten.
MV-Bildungsministerin Oldenburg
Simone Oldenburg informiert über die Ergebnisse der Abiturprüfungen. © Jens Büttner/dpa

Nach den Kita-Gruppen soll der Betreuungsschlüssel auch für den Bereich der Kinder im Alter von bis drei Jahren in Mecklenburg-Vorpommern verbessert werden. «Wir planen für das Jahr 2025 Veränderungen in der Betreuungssituation in der Krippe», kündigte Bildungsministerin Simone Oldenburg (Linke) am Dienstag in Schwerin an. Wie der neue Fachkraft-Kind-Schlüssel aussehen werde, stehe noch nicht fest und hänge auch ab von den Mittelzuweisungen des Bundes. «Wir lassen die Krippe nicht außen vor», versicherte die Ministerin.

Der aktuell gültigen Regelung zufolge betreut in der Krippe eine Erzieherin sechs Kleinkinder. Bei den Vier- bis Sechsjährigen beträgt das Fachkraft-Kind-Verhältnis 1 zu 15, soll von September 2024 an aber auf 1 zu 14 reduziert werden. Im Ländervergleich landete Mecklenburg-Vorpommern beim Betreuungsschlüssel immer weit hinten.

Darauf verwies auch die FDP-Landtagsabgeordnete Sabine Enseleit. Nach ihrer Ansicht wird auch die angekündigte Änderung des Betreuungsschlüssels in der Kita keine wesentlichen Verbesserungen bringen. «Er liegt weit über dem Bundesdurchschnitt von 1 zu 8 - und Bildungsexperten schlagen sogar einen Schlüssel von 1 zu 7,5 vor», sagte Enseleit. Erzieherinnen und Erzieher würden an der Belastungsgrenze arbeiten, was auch Auswirkungen auf Kinder und Eltern habe. Im Nordosten ausgebildete Erzieher wanderten in Nachbarbundesländer ab, weil dort die Bedingungen viel besser seien.

Oldenburg ihrerseits verwies auf vom Land eingeleitete Erleichterungen für das Kita-Personal. So könnten erfahrene Assistenzkräfte künftig auch zur Betreuung in Randzeiten eingesetzt werden. Auszubildende würden nicht mehr auf den Personalschlüssel angerechnet, so dass zusätzliche Kräfte eingestellt werden können. Landesweit könnten so bis zu 260 weitere Erzieher beschäftigt werden.

Für Vergütung und Arbeitsorganisation seien aber die Kommunen und freien Träger selbst zuständig und damit auch für die Attraktivität als Arbeitgeber. «Wir haben Kitas, in denen gibt es Wartelisten für Einstellungen», sagte Oldenburg, räumte zugleich aber ein, dass in anderen Kitas Personal fehle.

Nach ihren Angaben stellt das Land Mecklenburg-Vorpommern in diesem Jahr 467 Millionen Euro für die Kinderbetreuung bereit und damit knapp acht Prozent mehr als im Jahr 2022. Ein beträchtlicher Teil des Geldes - etwa 80 Millionen Euro - werde eingesetzt, um die früher von den Eltern erhobenen Kita-Beiträge zu finanzieren. «Damit ist bei uns im Land die Bildung von der Krippe bis zum Schulabschluss gebührenfrei. Das ist ein großer und wichtiger Beitrag zur Chancengleichheit», betonte Oldenburg.

Mit den Mitteln des Landes würden auch spezielle Bildungsangebote und Förderschwerpunkte der Kitas unterstützt. So gebe es unter anderem schon Umweltkitas, Waldkitas und Naturkindertagesstätten. Mit einer Anschubfinanzierung von je 1500 Euro werde das Land zehn Einrichtungen als Aqua-Kitas unterstützen. Die Wassergewöhnungs- und Schwimmkurse dort würden 2024 beginnen. Pro Jahr sollen jeweils zehn weitere Kitas mit solchen Programmen hinzukommen, kündigte Oldenburg.

Zudem verwies sie erneut darauf, dass die 141 Sprach-Kitas im Land trotz des Auslaufens des Bundesprogramms ihre Arbeit fortsetzen werden. Das Land nutze dafür 6,5 Millionen Euro, die über Regelungen des Kita-Qualitätsgesetzes nach Mecklenburg-Vorpommern fließen. In Untersuchungen seien bei jedem dritten Vorschulkind sprachliche Defizite diagnostiziert worden.

Nach Angaben der Ministerin werden im Nordosten insgesamt 117 470 Mädchen und Jungen in Kindertageseinrichtungen oder bei Tagesmüttern betreut. Die Betreuungsquote der 0- bis 3-Jährigen liege bei 59 Prozent, bei den 3- bis 6-Jährigen bei knapp 95 Prozent. Mit diesen Quoten und auch mit den wöchentlichen Betreuungszeiten liege Mecklenburg-Vorpommern im Ländervergleich an der Spitze. «In vielen Bundesländern fehlen Betreuungsplätze und Kitas schließen über den Mittag», sagte Oldenburg. Dies finde in den Studien zur Betreuungssituation aber meist zu wenig Beachtung.

© dpa
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