Rapper Marteria: Lichtenhagen wie ein Stempel für Rostock

Der aus Rostock stammende Musiker und Rapper Marteria hält die Erinnerung und Mahnung an die rassistischen Ausschreitungen in Lichtenhagen vor 30 Jahren für wichtig. Lichtenhagen sei auch eine Art Symbol geworden. «Es ist wie ein Stempel, den die Stadt nie ganz abkriegt, da kannst du machen, was du willst», sagte der 39-Jährige der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» (FAZ/Sonntag). Dies sei vielleicht ganz gut so. Auch wenn sich so vieles getan habe, sei es wichtig, sich zu erinnern.
Der Rapper Marteria spielt bei der Eröffnung der European Championships 2022 im Olympiapark. © Sven Hoppe/dpa

Marteria - mit bürgerlichen Namen Marten Laciny - betonte die Entwicklung der Stadt sei in der Summe eine Erfolgsgeschichte. «Sie hat sich nicht aufgegeben, die Straßen nicht den Kaputten überlassen. Es gibt ein sehr schönes Lebensgefühl in Rostock.» Er erinnerte sich auch an die Zeit nach den Ausschreitungen von 1992. Es habe immer eine Diskussion gegeben, wenn man irgendwo gesagt habe, man komme aus Rostock.

«Selbst als ich mit 17 Jahren nach New York gekommen bin, hieß es: Oh, er kommt aus Rostock, da, wo der Anschlag war. Irgendwie musste man sich da immer verteidigen, und ich verteidige dann auch, was ich liebe.» Das lasse man sich nicht kaputt machen. «Wir haben da schließlich auch gelebt, wir waren auf den Straßen in diesen Jahren und haben gegen die Nazis geboxt.»

Vom 22. bis zum 26. August 1992 hatten Anwohner und Neonazis unter dem Applaus Tausender Schaulustiger die Zentrale Aufnahmestelle für Asylsuchende und ein Wohnheim für vietnamesische Arbeiter angegriffen und teils in Brand gesetzt. Die Polizei bekam die Lage nicht unter Kontrolle. Die Ausschreitungen gelten als die bis dahin schlimmsten rassistischen Übergriffe der deutschen Nachkriegsgeschichte.

In der kommenden Woche wird mit zahlreichen Veranstaltungen an die Ausschreitungen vor 30 Jahren erinnert. Am Donnerstag (25.8.) wird dazu auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (SPD) in Rostock erwartet. Am 27. August ist eine Demonstration im Stadtteil Lichtenhagen geplant.

© dpa
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