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Hilfe für Obdachlose: Städte stellen sich auf den Winter ein

Im Winter ist es für Obdachlose besonders gefährlich, auf der Straße zu übernachten. In den Städten im Nordosten gibt es Schlafplätze und Aufenthaltsräume. Wie groß der Bedarf tatsächlich ist, bleibt aber weiterhin unklar.
Hilfe für Obdachlose
Vor dem Kältebus der Obdachlosenhilfe Rostock hält ein Bedürftiger eine Kaffeetasse in der Hand. © Bernd Wüstneck/dpa

Der Beginn der kalten Jahreszeit erschwert auch in Mecklenburg-Vorpommern die Lebensbedingungen für Menschen ohne festen Wohnsitz. Die größeren Städte des Landes halten nach eigenen Worten allerdings genug Plätze für wohnungslose Menschen bereit. Mit den Erfahrungen aus den vergangenen Jahren sei davon auszugehen, dass niemand unfreiwillig auf der Straße schlafen müsse, hieß es in einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur.

In der größten Stadt des Landes betreibt die Rostocker Stadtmission zwei getrennte Notunterkünfte für Frauen und Männer sowie eine Einrichtung für betreutes Wohnen. Aktuell sei man schon sehr gut ausgelastet, sagte Bereichsleiter Hartwig Vogt. In der Frauenunterkunft würden derzeit meist alle der zehn Betten gebraucht, bei der Männerunterkunft schwanke die Belegung. 25 reguläre Schlafplätze stehen hier zur Verfügung. In beiden Unterkünften könne man bei Bedarf aber mit Notbetten aufstocken, erklärte Vogt.

Im vergangenen Jahr habe man trotzdem noch zusätzliche Kapazitäten benötigt. «Da wollen wir auch jetzt wieder das Gespräch mit der Stadt suchen, was möglich ist», kündigte Vogt an. Ab dem 1. November öffne an Wochenenden und Feiertagen zusätzlich das «Wärmestübchen» als ergänzendes Angebot.

Die Stadtmission betreut nach eigenen Angaben regelmäßig etwa 150 Menschen. Daneben bietet die Rostocker Obdachlosenhilfe ebenfalls betreutes Wohnen an und ist zusätzlich mit einem Kältebus unterwegs. Streetworker fahren damit an bekannte Treffpunkte, wo sie Essen und Kleidung ausgeben.

Auch in den anderen Städten sollen sich Obdachlose bei kühlen Temperaturen im Warmen aufhalten können. «Das Obdachlosenhaus ist mit mehreren Gemeinschaftsräumen ausgestattet», berichtete eine Sprecherin der Stadt Neubrandenburg. So könnten die Menschen auch bei Tag im Haus bleiben. Auch in Wismar und Schwerin sind die Unterkünfte nach Angaben der Stadtsprecher rund um die Uhr geöffnet. In den vergangenen Jahren habe man allen Wohnungslosen einen Platz anbieten können. «Das gilt unserer Erwartung nach auch in diesem Winter», sagte die Sprecherin in Schwerin.

Ende April hatte die Rostocker Bürgerschaft beschlossen, in einem Modellversuch dauerhaft Wohnungen für obdachlose Menschen bereithalten zu wollen. Das Prinzip «Housing First» kommt ursprünglich aus den USA und ist beispielsweise auch in Finnland schon seit Längerem etabliert. An einem Konzept für die Umsetzung in Rostock arbeite das Sozialamt derzeit noch, teilte ein Stadtsprecher auf Anfrage mit.

Wie viele Menschen in Mecklenburg-Vorpommern ohne eigene Wohnung leben, ist unklar. Zahlen ließen sich schwer schätzen, insbesondere für Menschen in der sogenannten verdeckten Wohnungslosigkeit, erklärte Vogt. Die Betroffenen haben zwar keine feste Adresse, leben aber nicht dauerhaft auf der Straße. Stattdessen übernachteten sie beispielsweise bei Bekannten. Auch für Obdachlose, die langfristig auf der Straße leben, sind Zahlen schwer zu erfassen. Nicht alle bleiben dauerhaft in einer Stadt, sondern ziehen von Ort zu Ort.

In Rostock beobachtet Vogt nach eigenen Worten eine Zunahme der obdachlosen Frauen. Die Notunterkunft sei stärker ausgelastet als noch vor einigen Jahren, sagte er. Auch im betreuten Wohnen sehe man mittlerweile mehr Frauen und Familien. «Es gibt viel Konkurrenz um Wohnraum und man verliert heute auch viel schneller eine Wohnung», sagte er. Bei obdachlosen Frauen spielten oft unbehandelte psychische Erkrankungen und Gewalterfahrungen eine Rolle. Bei Männern seien wiederum Probleme mit Alkohol und Aggression häufiger zu beobachten.

Das Statistische Bundesamt erhebt erst seit dem vergangenen Jahr Zahlen zur Unterbringung wohnungsloser Menschen. Danach waren in Mecklenburg-Vorpommern im Januar 2023 insgesamt 1195 Menschen ohne festen Wohnsitz in Einrichtungen oder Notschlafstellen untergebracht.

© dpa
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