Fischsterben: Baerbock will mehr deutsch-polnische Gespräche

Nach dem großen Fischsterben in der Oder sollte nach Ansicht von Grünen-Politikerin Annalena Baerbock der Blick nach vorn gerichtet werden. «Das Wasser kennt keine Grenze, und die Konsequenzen treffen uns alle. Deswegen ist es für mich persönlich entscheidend, dass wir, in Deutschland und in Polen, gemeinsam über die Oder beraten - nicht ohne- oder gar gegeneinander», sagte Baerbock am Donnerstag in Reitwein. In der Gemeinde an der Oder hatte sich die Außenministerin in ihrer Funktion als brandenburgische Bundestagsabgeordnete ein Bild von der aktuellen Lage am Fluss gemacht. Die Zusammenarbeit mit Polen betreffe alle Fragen: die Aufklärung des Fischsterbens, aber genauso Fragen der weiteren Nutzung und des Oder-Ausbaus. «Wir müssen mehr miteinander sprechen, nicht weniger», bekräftigte Baerbock.
Tote Fische treiben im Wasser des deutsch-polnischen Grenzflusses Oder. © Patrick Pleul/dpa

Die genaue Ursache für das Fischsterben ist nach Angaben des Brandenburger Umweltministeriums noch nicht abschließend geklärt. Bis Ende September soll der Abschlussbericht einer deutsch-polnischen Expertengruppe über die Ursachen vorliegen. Wissenschaftler gehen davon aus, dass ein hoher Salzgehalt im Fluss ein wesentlicher Grund ist, verbunden mit Niedrigwasser, hohen Temperaturen und einer giftigen Algenart.

Auch wenn noch Unklarheit über die Ursache der Umweltkatastrophe herrsche, würden die Folgen lange Zeit sichtbar sein, so Baerbock. «Wir werden den Umgang mit unseren Flüssen überdenken müssen.» Das sei nicht nur eine deutsche, sondern eine europäische Frage, sagte die Bundestagsabgeordnete. In Zeiten von großer Dürre und geringen Wasserständen könne Stress etwa durch Einleitungen von Abwasser reduziert werden, damit Flüsse nicht kippten wie die Oder. Der Klimawandel zwinge ganze Ökosysteme zu Anpassungen. Die Menschen müssten dafür Sorge tragen, dass Flüsse in einem guten ökologischen Zustand sind.

© dpa
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